Arno Camenisch: Zwischen Paris und Hongkong

31. Mai 2017, 14:45
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"Die Launen des Tages": Lebenslust, Todesverachtung und satte Selbstironie, vom Autor selbst vorgetragen

Um die Schweizer Gegenwartsliteratur muss es niemandem bang sein. Denn es gibt Arno Camenisch. Der 1978 in Graubünden geborene und in Biel ansässige Autor ist nämlich weltberühmt. Zumindest in der Schweiz und in gewissen Flecken in Deutschland.

Siebzehn Piecen aus der großen weiten Welt enthält sein Band Die Launen des Tages, Erinnerungen, Erlebnisse und Memoirs von Paris bis zu den Galapagosinseln, wo er das WM-Finale verpasst, von Hongkong bis zu einem Casino in Macao und einem Fallschirmsprung. Das hat alles Humor und Esprit, ist keineswegs anekdotisch, vielmehr augenöffnend weise.

Man kann sich diese leichte Prosa, oszillierend zwischen Lebenslust, Todesverachtung und satter Selbstironie, gar nicht anders vorstellen als von Camenisch selbst vorgetragen, dem sympathischen Autor und inzwischen routinierten, dabei jede Routine verachtenden Rezitator, mit seinem erstaunlich sonoren Organ, mit den Verzögerungen und winzigen Pausen zwischen einzelnen Worten und der helvetischen Akzentuierungsfreude. (Alexander Kluy, Album, 29.5.2017)

Arno Camenisch, "Die Launen des Tages". € 15,20 / 73 Minuten. Engeler-Verlag, Schupfart 2017

  • Arno Camenisch, "Die Launen des Tages". € 15,20 / 73 Minuten.  Engeler-Verlag, Schupfart 2017

    Arno Camenisch, "Die Launen des Tages". € 15,20 / 73 Minuten. Engeler-Verlag, Schupfart 2017

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