Rauchen: Lungenärzte fordern Tabakkontrolle

    29. Mai 2017, 10:14
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    Rauchen ist keine "schlechte Gewohnheit", sondern eine Sucht, sagen Lungenärzte. Sie fordern ein Tabakwerbeverbot und die Erhöhung der Tabaksteuer

    Wien – Ein Bündel an Maßnahmen hat die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai gefordert. Dieses sollten von der verbesserten Kontrolle des Lobbyings der Tabakindustrie bis hin zum Verbot von Zigarettenautomaten und jeglicher Außenwerbung für Tabakprodukte reichen.

    "Das Rahmenübereinkommen zur Tabakkontrolle der WHO wurde von Österreich 2005 zwar unterzeichnet, wir liegen aber dennoch seit Jahren bei der Umsetzung im europaweiten Vergleich an unrühmlicher letzter Stelle", sagt ÖGP-Präsident Meinhard Kneussl vom Wiener Wilhelminenspital. Zurzeit würden hierzulande im Durchschnitt 27 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen täglich rauchen, deutlich mehr als im EU-Schnitt. Bei den Jugendlichen im Alter von zwölf und 18 Jahren sind es "erschreckende 29 Prozent der Mädchen und 25 Prozent der Burschen".

    Direkte und indirekte Schäden

    Der "traurige Effekt" lässt sich den Lungenärzten zufolge klar in Zahlen bemessen: An direkten und indirekten Raucherschäden sterben in Österreich laut einer Schätzung des Gesundheitsministeriums jährlich an die 14.000 Personen. "Neben den durch Zigarettenrauch hervorgerufenen Folgen sind auch die erwartbaren Schäden aus dem zunehmend ansteigendem Konsum von Wasserpfeifen, E-Zigaretten und verwandten Produkten alarmierend", sagte Kurt Aigner (Ordensklinikum Linz Elisabethinen), Vorsitzender der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden.

    Rauchen verursache nicht nur menschliches Leid, sondern koste konservativ berechnet jedes Jahr 750 Millionen Euro, so Aigner. Das geforderte Maßnahmenpaket soll etwa die Einstellung staatlicher Förderungen für Medien bei Verstoß gegen das Tabak-Werbeverbot, die Erhöhung der Tabaksteuer um fünf Cent pro Packung – zweckgewidmet für Tabakprävention, Rauchertherapie und Schmuggelbekämpfung, sowie ein Rauchverbot in Privatautos beim Mitführen Minderjähriger und auf Kinderspielplätzen beinhalten.

    Eingeschränkte Rauchmöglichkeiten

    Die Gesellschaft hofft außerdem auf die Anhebung der Altersgrenze für alle Zigaretten und sonstiger Tabakwaren auf 18 Jahre. Raucherräume in Hotels sollen erst nach Freigabe durch die Behörde möglich sein und Rauchmöglichkeiten in der Öffentlichkeit (an Haltestellen, in Stadien, etc.) soll eingeschränkt werden.

    Rauchen ist keine "schlechte Gewohnheit", sondern für 80 Prozent der Betroffenen eine Sucht. Darauf macht auch die Apothekerkammer aufmerksam. Viele Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, haben schon mehrere Rauchstopp-Versuche hinter sich. Damit der Weg aus der Sucht gelingen kann, würden Apotheker professionelle Hilfe und Therapievorschläge anbieten. (APA, 29.5.2017)

    • Lungenärzte wünschen sich ein Rauchverbot für Unter-18-Jährige.
      foto: apa/helmut fohringer

      Lungenärzte wünschen sich ein Rauchverbot für Unter-18-Jährige.

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