Austria nach Kantersieg in der Südstadt Vizemeister

28. Mai 2017, 18:29
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Die Veilchen setzen sich zum Saisonabschluss bei der Admira 6:1 durch und sichern sich damit Platz zwei

Maria Enzersdorf – Die Wiener Austria beendet die Bundesliga-Saison als Vizemeister. Mit einem 6:1 (1:1)-Kantersieg bei der Admira behaupteten die Veilchen am Sonntag Platz zwei, sorgten so für die beste Abschlussplatzierung seit dem Titelgewinn 2013 und dafür, dass man in der Europa-League-Qualifikation erst später als der Dritte Sturm Graz einsteigen muss.

"Wenn du Zweiter wirst, ist das fast schon eine Meisterschaft", hatte Trainer Thorsten Fink im Hinblick auf Serienchampion Salzburg vor drei Tagen erklärt. Die Treffer von Alexander Grünwald (19., 89.), Raphael Holzhauser (62.), Dominik Prokop (71.), Ismael Tajouri (73.) und Kevin Friesenbichler (80.) erfüllten den Wunsch des Deutschen, dessen Truppe Sturm schließlich um drei Punkte distanzierte. Die Austria egalisierte mit dem 6:1 ihren bisher höchste Sieg in der Südstadt (zweimal 5:0, einmal 6:1).

Ohne Serbest, Venuto und Kayode

Für Friesenbichler und den 19-jährigen Prokop, der zwar schon einmal in der Europa League, nicht aber der Bundesliga getroffen hatte, zeigten auch zwei Ersatzleute auf. Schließlich hatte Fink mit Tarkan Serbest, Lucas Venuto und Larry Kayode ein gesperrtes Stamm-Trio vorgeben müssen.

Kayode, der 17-mal traf, holte aber auch als Zuschauer die Torschützenkrone vor Sturms Deni Alar (16), der am Sonntag beim 0:1 gegen den WAC leer ausging. Abhängig vom Ergebnis des Cupfinales am Donnerstag steigt die Austria nun in der zweiten (Rapid wird Cupsieger/Spieltermine 13. bzw. 20. Juli) oder dritten (Salzburg holt das Double/27. Juli bzw. 3. August) Qualirunde der Europa League ein.

Admira somit nur auf Platz sechs

Für die Admira, die durch Christoph Knasmüllner lediglich zwischenzeitlich ausgleichen konnte (42.), war die Niederlage nicht nur die höchste unter Trainer Damir Buric bzw. die dritte in Folge. Die Niederösterreicher, die nach dem Trainerwechsel im Winter lange Zeit sehr gut unterwegs waren, mussten just in der letzten Runde noch Platz fünf an die punktegleichen Rapidler abgeben.

Davor boten beide Teams in der ersten Hälfte ein unterhaltsames, flottes Spiel mit einigen Chancen. Die erste fand die Austria durch einen schlecht platzierten Kopfball von Grünwald vor (3.). Keine zehn Minuten scheiterte der Kapitän, in letzter Sekunde bedrängt von Marcus Maier aus einem halben Meter an der Stange, ließ es wenig später aber schließlich doch "klingeln": Nach Ballverlust im Mittelfeld schickte Petar Filipovic Grünwald auf die Reise, und der schob schließlich zum 1:0 ein.

Das Chancenübergewicht – Thomas Salamon (27.) und Holzhauser (33.) klopften zudem jeweils an der Stage an – reichte der Austria allerdings nicht zur Pausenführung. Die Admira scheiterte vorerst bei zwei Möglichkeiten an Goalie Osman Hadzikic (4./Patrick Schmidt bzw. 39./Lukas Monschein), der Schlussmann ermöglichte den Hausherren mit einem Elferfoul im Luftkampf gegen Monschein dann aber auch den zwischenzeitlichen Ausgleich: Knasmüllner wäre mit seinem lässig geschossenen Strafstoß zwar fast am 21-Jährigen gescheitert, der Ball rollte letztlich aber doch noch ins Tor.

Austria-Feuerwerk nach zweitem Elfer

Die Pause änderte wenig am Bild, die Austria drängte auf die neuerliche Führung und hatte durch Felipe Pires (47.) und Friesenbichler (52.) prompt das 2:1 am Fuß. Erst ein neuerlicher und wohl etwas harter Elfer ebnete aber den Weg zum Sieg: Pires ging nach einem Luftduell mit Goalie Andreas Leitner zu Boden, Holzhauser verwertete sicher.

Damit war der Widerstand der Hausherren endgültig gebrochen. Prokop nach einem Stanglpass von Pires, Tajouri nach Grünwald-Assist, Friesenbichler nach Holzhauser-Vorlage und Grünwald mit seinem zweiten Treffer sorgten das Heimdebakel der Admira. (APA, 28.5.2017)

Bundesliga, 36. Runde, Sonntag

Admira Wacker – Austria Wien 1:6 (1:1)
BSFZ-Arena, 4.600 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
0:1 (19.) Grünwald
1:1 (42.) Knasmüllner (Foulelfmeter)
1:2 (62.) Holzhauser (Foulelfmeter)
1:3 (71.) Prokop
1:4 (73.) Tajouri
1:5 (80.) Friesenbichler
1:6 (89.) Grünwald

Admira: Leitner – Zwierschitz, Wostry, Maranda (77. Posch), Maier (77. Grozurek) – Lackner, Ebner – Sax, Knasmüllner, Schmidt – Monschein

Austria: Hadzikic – Larsen, Mohammed, Filipovic, Salamon – Holzhauser, Grünwald – Tajouri (88. Gluhakovic), Prokop (80. De Paula), Pires – Friesenbichler (84. Kvasina)

Gelbe Karten: Knasmüllner, Leitner, Sax, Maier bzw. Tajouri

Stimmen

Damir Buric (Admira-Trainer): "Wir haben in der Offensive sehr stark begonnen, aber wenn man ihnen Räume gibt, kann man unter die Räder kommen. 62 Minuten hat das gut gekappt. Dann haben wir individuelle Fehler begangen und uns einfach ergeben. Insgesamt war die Saison aber gut."

Christoph Monschein (Admira-Stürmer): "Unerklärlich, was im Finish passiert ist. Das hätte nicht passieren dürfen. Mit der ersten Stunde konnte man zufrieden sein." Zur Saison: "Auch wenn es noch der sechste Platz und nicht der fünfte geworden ist, war es eine super Saison für uns."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Wir haben von Beginn an gut nach vorne gespielt, hätten schon vor der Pause führen können. Am Ende haben wir verdient gewonnen. Ich bin sehr glücklich, auch für die Mannschaft, das Trainerteam und den Verein. Insgesamt haben wir 52 Pflichtspiele gehabt. Da hat es natürlich ein Auf und Ab gegeben. Das Ziel ist, dass wir in der kommenden Saison Zweiter werden. Weil das die Qualifikation für die Champions League bedeutet."

Alexander Grünwald (Austria-Kapitän): "Wir hätten schon in der Pause 2:0 führen müssen. In der zweiten Hälfte haben wir das nachgeholt. Wir haben die Qualität gezeigt und uns als zweitbeste Mannschaft Österreichs präsentiert."

Markus Kraetschmer (Wirtschaftsvorstand Austria): "Die Saison war für uns nicht leicht. Wir haben unser Ziel (Europacup) aber übertroffen, und die Mannschaft hat mehr Punkte als im Vorjahr erreicht. Wir müssen uns weiter stabilisieren und entwickeln."

  • Grünwald und Co hatten es leicht.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Grünwald und Co hatten es leicht.

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