Kartellgericht genehmigt Deal zwischen Gewista und Ankünder, mit Auflagen

    28. Mai 2017, 18:08
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    "Kaum wettbewerbliche Probleme" durch vertiefte Verflechtung – Auflagen sehen "diskriminierungsfreie Zubuchungsmöglichkeit" vor

    Wien – Im Oktober 2016 meldete Außenwerber Gewista eine Erhöhung der Beteiligung am steirischen Ankünder an. Gewista, die schon seit 2013 ein Viertel am Grazer Ankünder hält, will auf ein Drittel (33,3 Prozent) aufstocken. Im Gegenzug soll Ankünder 49 Prozent an der Gewista-Tochter Megaboard erwerben, derStandard.at berichtete.

    Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) fürchtete durch die vertiefte Verflechtung von Gewista mit dem Ankünder, das Entstehen oder die Vertiefung einer marktbeherrschenden Position und verwies den Fall damals an das Kartellgericht.

    Jetzt liegt der Beschluss des Kartellgerichts vor, der Zusammenschluss wurde mit Auflagen genehmigt und ist rechtskräftig.

    "Kaum wettbewerbliche Probleme"

    "Das Kartellgericht ging auf Basis eines von ihm in Auftrag gegebenen Gutachtens – wie die BWB – weiterhin von einem eigenen Markt für Außenwerbung aus, der von anderen Werbemärkten zu trennen sei. Ebenso kam es zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss zu einer signifikanten Konzentration in den betrachteten Märkten führt, die nicht mehr als per se unbedenklich gelten kann", heißt es in einer Mitteilung.

    Anders als die Bundeswettbewerbsbehörde ging das Kartellgericht aber davon aus, dass die erhöhte Konzentration kaum zu wettbewerblichen Problemen führen werde. Man erwarte weder Preiserhöhung noch Qualitätsreduzierung und auch keine "Abschottung von Kunden (indem Ankünder und Gewista künftig nur mehr gegenseitig zubuchen, nicht mehr jedoch bei Konkurrenten), da dies entweder schon jetzt passiere, keine Änderung zu erwarten sei oder die Änderung durch den jetzigen Zusammenschluss nur marginal sei.

    Auflagen

    "Lediglich bezüglich der Möglichkeit und dem Anreiz zur potentiellen Abschottung von Einsatzmittel für nationale Kampagnen teilte das Kartellgericht die Sorgen der BWB", heißt es. Es seien daher Auflagen verhängt worden, "die die diskriminierungsfreie Zubuchungsmöglichkeit von ausreichend Werbeflächen aller Medienarten – insbesondere City light und Poster lights, da diese fast ausschließlich im Eigentum von Ankünder stehen – in Graz und Steiermark Land in entsprechender Qualität zu marktüblichen Konditionen für nationale Kampagnen vorsehen". Die Einhaltung der Auflagen würden durch einen Treuhänder überprüft. (red, 28.5.2017)

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