Erdrutsch im Pongau: 17 Personen evakuiert

28. Mai 2017, 12:56
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Indische Familie verletzt – Bergrettung evakuierte über Notsteig

Bez. St. Johann im Pongau – Nach einem massiven Erdrutsch sind am Samstagnachmittag 17 Menschen in der Liechtensteinklamm (Pongau) eingeschlossen gewesen. 300 Tonnen Geröllmassen hatten eine Brücke so stark beschädigt, dass Einsturzgefahr bestand. Die Eingeschlossenen wurden über einen Notsteig von der Bergrettung evakuiert. Eine vierköpfige Familie aus Indien wurde leicht verletzt. Die Klamm bleibt vorerst gesperrt.

Der Erdrutsch verschüttete gegen 17.00 Uhr den Fußweg komplett. Eine vierköpfige Familie aus Indien war gerade auf dem Weg in die Schlucht. Sie wurden von herabfallenden Steinen getroffen, konnten aber noch selber aus dem Tal flüchten. Die vier wurden im Unfallkrankenhaus Schwarzach ambulant versorgt.

Brückenpfeiler möglicherweise beschädigt

Experten schlossen die Beschädigung eines Brückenpfeilers der sogenannten Tiefblickgrabenbrücke nicht aus. Die Großarler Landesstraße wurde in diesem Bereich daher sofort gesperrt. Bergretter aus St. Johann, Grossarl und Hüttschlag statteten die 17 Personen mit Helm und Gurt aus und errichteten beim Notsteig ein Seilgeländer zur zusätzlichen Sicherung. "Der Steig ist sehr ausgesetzt und es herrschte starke Steinschlaggefahr, deshalb haben wir die Leute einzeln herauf gebracht", sagte Coen Weesjes, Bezirksleiter der Pongauer Bergrettung.

Der Klettersteig war extra für solche Notfälle angelegt worden, der Aufstieg der Betroffenen funktionierte reibungslos. "Es handelt sich vorwiegend um junge Leute, die das ohne Probleme schaffen", berichtete die Salzburger Bergrettungs-Sprecherin Maria Riedler am Samstag im APA-Gespräch. Die Evakuierten stammten aus Österreich, Ungarn und Deutschland. Sie kamen alle – wie ein Hund in der Wanderergruppe – ohne Blessuren davon.

Landesgeologe Rainer Braunstingl prüfte nach dem Erdrutsch die Unfallstelle. Die Straße wurde gegen 19.00 Uhr wieder frei gegeben. "Die Klamm selber bleibt bis auf weiteres geschlossen", sagte Braunstingl am Sonntag zur APA. Der betroffene Abschnitt bleibe "sicher für viele Wochen geschlossen". Zwei Monate müsse man sicher einplanen. Mit weiteren Abbrüchen des schiefrigen Klammkalk-Gesteins wird gerechnet. "Es wäre fahrlässig, jetzt einfach einen Steg neu aufzubauen", sagte der Geologe. Die Gesteinslawine zerstörte ein bereits vorhandenes Schutznetz. "Einzelne Brocken kann man aufhalten, aber diese Massen nicht", erklärte er. (APA, 27.5.2017)

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