Rieds Hoffnung beim Herzschlagfinale im Abstiegskampf

27. Mai 2017, 13:49
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Ried und St. Pölten wollen beide die Klasse halten. Die Innviertler müssen gegen Mattersburg bestehen

Ried/Mattersburg – Die Abstiegsfrage steuert auf ein Herzschlagfinale zu. Wie zuletzt 2015 fällt die Entscheidung zwischen zwei Teams in der Schlussrunde. Die SV Ried könnte mit einem Heimsieg gegen Mattersburg am Sonntag den Kopf noch aus der Schlinge ziehen – ist aber auf Schützenhilfe des Rekordmeisters angewiesen, der St. Pölten empfängt. "Ich hoffe auf das Fair Play von Rapid", sagte Trainer Lassaad Chabbi.

Ried hat durch den 2:0-Sieg in Altach am Donnerstag wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt geschöpft, der aber wohl nur dann gelingt, wenn die Innviertler gegen Mattersburg gewinnen und Rapid im Allianz Stadion St. Pölten besiegt. Bei einem Remis der Niederösterreicher in Wien wäre ein Sieg mit vier Toren Differenz nötig.

Überzeugungen

"Ich bin überzeugt, dass wir das Spiel zuhause gewinnen", betonte Chabbi. "Wir haben in diesem Quartal jetzt zwölf Punkte geholt, nur gegen die Top-Mannschaften Austria und Sturm auswärts verloren. Wenn wir am Sonntag so weitermachen, bin ich überzeugt, dass wir in der Bundesliga bleiben." Die Leistung im "Ländle" mache ihm Mut. "Die Mannschaft hat gegen Altach hervorragend gespielt, sehr diszipliniert, viele Chancen herausgearbeitet und ist hinten gut gestanden."

Chabbi gab sich zudem überzeugt, dass Rapid nicht mit angezogener Handbremse gegen St. Pölten auftreten wird. "Ich glaube auch an einen Sieg von Rapid. Das ist ein großer Verein. Sie haben keine gute Saison gespielt und wollen sich im letzten Spiel zuhause mit den Fans versöhnen", meinte der gebürtige Tunesier. Der Möglichkeit, dass die Hütteldorfer einige Akteure für das Cupfinale gegen Salzburg am 1. Juni schonen, maß Chabbi weniger Bedeutung zu.

Die Frage der Motivation

Die SV Ried spielt seit der Saison 2005/06 in der Bundesliga. Bei einem Abstieg müssten die Oberösterreicher zum zweiten Mal nach 2003 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der erste Aufstieg war 1995 erfolgt.

Für Mattersburg geht es noch um Bewahrung des siebenten Platzes. Trainer Gerald Baumgartner schmerzte zwar die 1:3-Heimniederlage gegen Rapid am Donnerstag, dennoch zog er bereits nach der 35. Runde ein positives Fazit. "Wir sind die zweitbeste Frühjahrsmannschaft bis jetzt, das wollen wir auch bleiben. Die Spieler haben sich in die Auslage gespielt", hielt Baumgartner fest. "Trotz allem hätten wir gerne gegen Rapid gewonnen. Wir wollten auch in der Tabelle vor Rapid bleiben."

Auf die Frage nach der Motivation für das letzte Saisonspiel reagierte der Ex-Austria-Coach bestimmt. Möglichen Vorwürfen, Mattersburg könnte das Gastspiel in Ried auf die leichte Schulter nehmen, nahm Baumgartner den Wind aus den Segeln. "Wer mich kennt, weiß, dass ich jedes Spiel gewinnen will, und dass wir auch die Verpflichtung haben, in jedem Spiel die beste Leistung zu bringen", sagte der Salzburger. "Wir werden daher mit der besten Mannschaft spielen."

Alois Höller fasste gegen Rapid seine 13. Gelbe Karte aus und war damit unter allen Liga-Profis der "fleißigste" Gelb-Sünder in dieser Saison. Der Mittelfeldspieler muss daher zusehen, ansonsten hat Baumgartner aber sein Stammpersonal zur Verfügung. Für Höller wird vermutlich Michael Perlak in die Mannschaft rücken. (APA, 27.5.2017)

  • Coach Chabbi und das Zittern.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Coach Chabbi und das Zittern.

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