Reste frühester Südamerikaner unter ehemaliger Erdpyramide entdeckt

30. Mai 2017, 07:00
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Die ersten südamerikanischen Siedler kamen vermutlich schon vor 15.000 Jahren im heutigen Nordperu an und verfügten über elaborierte Nahrungsbeschaffung

Nashville – Huaca Prieta ist ein ehemals pyramidenförmiger Zeremonialhügel im Chicamatal an der Nordküste Perus, an dem sich Archäologen seit den 1940er Jahren abarbeiten. Bei neuen Grabungen haben Forscher um Tom Dillehay (Vanderbilt University) nun doppelt Erstaunliches zutage gefördert.

foto: tom dillehay
Unter dieser heute unspektakulären ehemaligen Erdpyramide (im Bildvordergrund) haben Archäologen rund 15.000 Jahre alte Spuren früher südamerikanischer Siedler entdeckt.

Wie die Archäologen im Fachmagazin "Science Advances" berichten, entdeckten sie 31 Meter unter der Erdoberfläche des Hügels, der heute 15 Meter hoch ist und eine Ausdehnung von 122 mal 46 Metern misst, nicht nur einige der ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung in Südamerika: In den rund 15.000 Jahre alten Erdschichten befanden sich neben Belegen für eine maritime Ernährungsweise zudem noch Reste von Avocados, Bohnen und womöglich sogar von kultivierten Kürbissorten.

foto: tom dillehay
Auch diese Steinwerkzeuge fanden sich in den bis zu 15.000 Jahre alten Erdschichten.

Die überraschenden Funde datieren die Erstbesiedlung des heutigen Peru nicht nur um 2000 Jahre nach vorn, sondern belegen, dass die frühen Südamerikaner von pflanzlichen Produkten aus küstenfernen Regionen lebten, mithin also über – für die damalige Zeit – erstaunlich entwickelte Strategien der Nahrungsbeschaffung verfügten. (red, 30.5.2017)

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