Philippinisches Militär kündigte unter Kriegsrecht Zensurmaßnahmen an

26. Mai 2017, 23:01
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Präsident Duterte erlaubte sich vor Soldaten Scherz über Vergewaltigungen

Manila – Nach der Verhängung des Kriegsrechts über die südliche Region Mindanao hat das philippinische Militär Zensurmaßnahmen angekündigt. Zum Schutz der "nationalen Sicherheit" sollten die Presse und die sozialen Medien zensiert werden, sagte Brigade-General Restituto Padilla am Freitag vor Journalisten in Manila.

Die Zensur könne eingesetzt werden, um "die Sicherheit von Leben zu gewährleisten", den Einsatz von "kämpfenden" Soldaten abzusichern und um die "nationale Sicherheit" zu garantieren.

Präsident Rodrigo Duterte, der am Dienstag das Kriegsrecht über Mindanao verhängte, erlaubte sich unterdessen auf einem Militärstützpunkt einen Scherz über Vergewaltigungen. Zunächst führte er vor den Soldaten aus, sie sollten bei der Umsetzung des Kriegsrechts "einfach ihre Arbeit erledigen". Er trage die Verantwortung und werde "mit dem Rest fertig werden". Dann fuhr der Präsident fort: "Ich werde an eurer Stelle inhaftiert werden. Wenn ihr drei vergewaltigt, werde ich sagen, dass ich es war."

Duterte wurde im Mai 2016 unter anderem wegen seiner Ankündigung zum Präsidenten gewählt, mit aller Härte gegen Drogenbanden im Land vorzugehen. Seit seinem Amtsantritt wurden 2.700 Menschen von der Polizei getötet, weitere 1.800 Menschen von Unbekannten erschossen.

Im Wahlkampf äußerte er sich zur Vergewaltigung und Tötung einer australischen Missionarin in der Stadt Davao durch mehrere Angreifer bei einer Gefängnisrevolte im Jahr 1989. Duterte, der damals die auf der Insel Mindanao gelegene Millionenstadt Davao regierte, sagte unter dem Gelächter seiner Anhänger: "Ich war wütend, dass sie vergewaltigt wurde, doch sie war so schön. Ich dachte, der Bürgermeister hätte der Erste sein sollen." (APA, 26.5.2017)

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