Türkei: Lasst sie nicht im Stich

Einserkastl26. Mai 2017, 17:51
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Wir sollten die heutige Türkei nicht für Erdogan bestrafen

Bei großen internationalen Konferenzen sind oft die Gattinnen dabei. So auch jetzt beim Nato-Treffen in Brüssel. Dann gibt es ein Foto: Eines hat die Süddeutsche auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht und dann, auf Intervention eines Twitteranten, in der kompletteren Form: Es zeigt unter anderen Brigitte Macron (65), Gattin des französischen Präsidenten. Sie hat ein kurzes schwarzes Kleidchen an, das bis zum halben Oberschenkel reicht. Die Übernächste im Bild ist Melania Trump, in einem schulterfreien Schlauchkleid, daneben, dezent kniefrei in einem Sommerkleid mit Blumenmuster, die belgische Königin Mathilde.

In der zweiten Reihe gibt's dann noch Gauthier Destenay, den Ehemann des luxemburgischen Premiers, Xavier Bettel. Zwischen Mme Macron und Mrs. Trump steht Emine Erdogan, von Kopf bis Fuß verhüllt, mit steinernem Blick.

So viel zur kulturellen Schlucht zwischen dem modernen Europa beziehungsweise Westen und der heutigen Türkei. Aber eben diese sollen wir nicht für Erdogan bestrafen, sagt jetzt der Nobelpreisträger Orhan Pamuk, ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung:

"Bei den jüngsten Wahlen hat sich fast die Hälfte der türkischen Wähler gegen die regierende Partei entschieden. Lasst die türkischen Intellektuellen, Künstler, Demokraten, Journalisten, Hochschullehrer, Schriftsteller, nicht im Stich. Lasst sie nicht allein, wenn ihr euch über die Regierung empört." (Hans Rauscher, 26.5.2017)

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