Ungarn verwies britische Rechtsextremisten des Landes

26. Mai 2017, 15:35
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Zeitung: Britische Rechtsextremisten Nick Griffin und James Dowson als "Risiko für nationale Sicherheit" eingestuft

Budapest – Die ungarischen Behörden haben die britischen Rechtsextremisten Nick Griffin und James Dowson des Landes verwiesen. Dies bestätigte das ungarische Innenministerium am Freitag auf Anfrage. Griffin war früher der Vorsitzende der Britischen Nationalpartei (BNP) und von 2009 bis 2014 ihr Europaabgeordneter, ehe ihn die Partei 2014 ausschloss.

Dowson, ein ehemaliger Pfarrer, war ebenfalls Mitglied der BNP und gründete die rechtsextreme Partei Britain First. Griffin und Dowson hatten sich zuletzt häufig in Ungarn aufgehalten. Im März organisierten sie in Budapest eine Konferenz unter dem Motto "Stoppt Soros!" Die hauptsächlich rechtsextremen Teilnehmer agitierten gegen den US-Milliardär und liberalen Philanthropen George Soros. Hochschuleinrichtungen und Zivilorganisationen, die mit Soros in Zusammenhang gebracht werden, stehen derzeit auch unter starkem Druck der rechtsnationalen ungarischen Regierung von Viktor Orban.

Am Rande der Budapester Anti-Soros-Konferenz hatte Griffin angekündigt, sich dauerhaft in Ungarn niederzulassen. In Interviews begründete er das damit, dass Ungarn zu "einem guten Zentrum für emigrierte Nationalisten" geworden sei. Über die Landesverweise für Griffin und Dowson hatte zuerst die Zeitung "Magyar Narancs" berichtet. Dort hieß es, dass die – Orban direkt unterstellte – Anti-Terroreinheit TEK die beiden Briten als "Risiko für die nationale Sicherheit" eingestuft habe. (APA, 26.5.2017)

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