Labour-Chef Corbyn: "Krieg gegen Terror" hat nicht funktioniert

26. Mai 2017, 14:23
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Labour-Chefs zitiert bei Wahlkampfauftritt aus Studien, die Zusammenhang zwischen Krieg und Anschlagsgefahr herstellen

Manchester/London – Vier Tage nach dem Anschlag in Manchester hat Labour-Chef Jeremy Corbyn der britischen Außenpolitik eine Mitschuld an der Terror-Gefahr in Großbritannien gegeben. "Viele Experten, auch bei den Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden, haben Verbindungen zwischen dem Terrorismus in unserem Land und den Kriegen, in denen wir im Ausland involviert sind ..., hergestellt", sagte Corbyn am Freitag.

Das mindere nicht die Schuld derer, die Kinder angriffen, sagte Corbyn bei einer Wahlkampf-Rede in London mit Bezug auf den Selbstmordattentäter von Manchester. Aber es zeige, dass der "Krieg gegen den Terror" nicht funktioniert habe. Zudem kritisierte er die Austeritätspolitik der konservativen Regierung und versprach, dass eine Labour-Regierung mehr Geld für Polizei und Rettungsdienste zur Verfügung stellen werde.

"Hausgemachter Terrorismus"

Am Montag hatte ein 22-jähriger Brite libyscher Herkunft in Manchester 22 Menschen mit einer Bombe getötet, darunter viele Kinder. Der Anschlag hat die Diskussion über "hausgemachten Terrorismus" ("homegrown terrorism") in Großbritannien neu entfacht.

Corbyns Gegner kritisierten die Rede als opportunistisch. "Ich stimme nicht mit dem überein, was er sagt. Aber noch weniger passend finde ich den Zeitpunkt für diese Aussage. Damit stellt er im Augenblick der Tragödie die Politik über die Menschen", sagte der Vorsitzende der Liberaldemokraten Tim Farron. (APA, 26.5.2017)

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