Presseclub Concordia gegen "Hau-Ruck-Aktion" bei Presseförderung

    26. Mai 2017, 12:57
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    Bei Beschluss vor Neuwahlen sei "ausführliche Diskussion" unmöglich. Dennoch Unterstützung für Drozdas Willen zur Reform

    Wien – Der Presseclub Concordia befürchtet durch die vorgezogene Nationalratswahl eine Verlängerung des Stillstands in der Medienpolitik, stellt sich aber gleichzeitig gegen übereilte Reformen von Presseförderung und Informationsfreiheit, wie aus einer Aussendung am Freitag hervorgeht.

    Concordia-Präsident Andreas Koller kritisiert, dass es trotz aller Bemühungen seit November 2012 nicht gelungen ist, einen konkreten Gesetzesentwurf für eine Reform der Presseförderung, die "eigentlich eine Medienförderung werden sollte", vorzulegen. Sollte nun noch in den kommenden Wochen rasch ein neues Gesetz verabschiedet werden, könne es keine ausführliche Diskussion und Begutachtung dazu geben, monierte Koller. Und ähnliches gelte für die weitgehende Abschaffung der Amtsverschwiegenheit durch ein modernes Informationsfreiheitsgesetz. Der Presseclub Concordia stehe der Politik jedenfalls als Gesprächspartner zur Verfügung.

    Die Akademie der Wissenschaften hat im Auftrag der RTR 2015 eine große Studie über die "Qualität des tagesaktuellen Informationsangebots in den österreichischen Medien" publiziert. Die komplette Studie ist auf der Webseite der RTR abrufbar (PDF-Link). Sie liefert eine Reihe von Parametern samt wissenschaftlichem Hintergrund, um Qualität von Medien zu bestimmen. (APA, red, 26.5.2017)

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    Studie der Akademie der Wissenschaften über "Qualität des tagesaktuellen Informationsangebots in den österreichischen Medien" (PDF-Link)

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