Erste internationale Roboter-Olympiade mit Schülerteam aus Weiz

26. Mai 2017, 11:31
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Mannschaften aus 160 Ländern treten gegeneinander an – Roboter muss Umweltthema in Kooperation mit fremden Teams bewältigen

Die US-Organisation First Global veranstaltet vom 16. bis 18. Juli die erste Internationale Roboter-Olympiade für Oberstufen-Schüler in Washington DC (USA). Mannschaften aus 160 Ländern von allen Kontinenten nehmen teil. Österreich wird von einem Team der HTL Weiz (Steiermark) vertreten.

Laut Anton Edl, der an der HTL Weiz Elektrotechnik unterrichtet, ist der "RoboCup" mit Teilnehmern aus rund 45 Nationen der größte internationale Roboterwettbewerb. Er wendet sich primär an hochschulnahe Institutionen, aber mit einer Junior-Schiene auch an Schüler. Edl war mit seinen Teams in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich: Siebenmal hat er die nationale Ausscheidung für den "RoboCupJunior" gewonnen, fünf Mal den internationalen Bewerb.

Kurzfristig

Offensichtlich aufgrund dieser Erfolge wurde Edl von First Global kontaktiert, ob er die nationale Ausscheidung für Österreich organisieren könnte. Weil die Anfrage sehr kurzfristig einlangte, habe man dafür das Ergebnis des diesjährigen "RoboCupJunior"-Bewerbs herangezogen, der einmal mehr von der HTL Weiz gewonnen wurde, sagte Edl im Gespräch mit der APA.

Somit wird der Pädagoge gemeinsam mit drei Schülern der 1. Klasse im Ausbildungszweig Elektrotechnik zur Roboter-Olympiade nach Washington fahren. Bei dem Wettbewerb gibt es im Gegensatz zu den zahlreichen Disziplinen beim "RoboCup" nur einen Bewerb: Jedes Team hat dafür den gleichen Bausatz "mit gefühlt 2.000 Bauteilen in Industriequalität, mit jeder Menge Servomotoren, einem Controller, einem Touchpad, usw. erhalten". Daraus muss der Roboter mit einer maximalen Größe von 50 Zentimeter in der Kubatur gebaut werden.

Umweltthema

Als Aufgabe wird den Teilnehmern ein Umweltthema gestellt: Das vier Mal fünf Meter große Spielfeld wird in der Mitte von einem verschmutzten Fluss durchschnitten. Dieser wird durch eine glatte blaue Fläche symbolisiert, auf die nach und nach blaue (Wasser) und orange (Schmutz) Kugeln gerollt werden. Die Roboter müssen nun diese Kugeln getrennt einsammeln und an unterschiedlich schwer zugängigen Stellen abladen. Dafür gibt es 2,5 Minuten Zeit und am Ende müssen sich die Roboter vor einer virtuellen Überflutung in Sicherheit bringen. Für jede gelöste Aufgabe gibt es Punkte.

Edl sieht zwei große Unterschiede zwischen "RoboCup" und Olympiade: Sind bei ersterem die Roboter nur Einzelkämpfer, müssen bei letzterer auf jeder Seite des Flusses jeweils drei Teams kooperieren, die zuvor zusammengelost wurden. "Das heißt, es geht auch um gegenseitiges Helfen und Wissensweitergabe."

Dafür sei die Programmierung für die Olympiade wesentlich einfacher als beim "RoboCup". Denn der Roboter müsse nicht autonom seine Aufgaben bewältigen, sondern werde von einem Operator von außen bedient. "Die Herausforderung liegt also vor allem im mechanischen Design, das geht sehr stark in Richtung Mechatronik", so Edl. (APA, 26.5. 2017)

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    foto: apa
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