Austria vergeigt 2:0-Vorsprung gegen Salzburg

25. Mai 2017, 18:27
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Meister gewinnt nach Toren von Haidara, Hwang und Lazaro noch 3:2 und lässt damit die Veilchen im Kampf um den Vizemeistertitel weiter zappeln

Wien – Red Bull Salzburg hat auch am Donnerstag in der 35. Runde der Fußball-Bundesliga meisterliche Klasse bewiesen. Die Salzburger setzten sich nach 0:2-Rückstand im Happel-Stadion gegen die Austria noch mit 3:2 (1:2) durch und verpassten den Vizemeister-Ambitionen der Wiener damit einen Dämpfer, da Sturm Graz nun punktgleich ist. Zuvor hatten die "Bullen" Geschenke an die Gastgeber verteilt.

Die Austria ging bereits in der sechsten Minute aufgrund eines Eigentors von Andreas Ulmer in Führung. Nach einem starken Beginn war der designierte Vizemeister nahezu exklusiv mit Defensivarbeit beschäftigt, erhöhte aber dank eines Blackouts von Salzburg-Keeper Cican Stankovic in der 29. Minute trotzdem auf 2:0. Der 19-jährige Amadou Haidara brachte die Salzburger kurz vor der Pause mit einem Traumtor heran, ein Doppelschlag durch Hwang Hee-chan (64. Minute) und Valentino Lazaro (66.) drehte die Partie zugunsten des Meisters.

Sechs Duelle, sechs Bullen-Siege

Salzburg gewann damit auch das sechste Duell in Folge mit der Austria. Insgesamt sind die Violetten nunmehr seit elf Bundesliga- bzw. 13 Pflichtspielen gegen die Mozartstädter ohne Sieg. In dieser Saison hatte man sich gegen die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia schon drei empfindliche Niederlagen eingefangen und dabei zwölf Tore kassiert.

Salzburg hatte früh in dem Spiel Pech: Ein Holzhauser-Eckball prallte unglücklich von Ulmer ab und rutschte Stankovic, der diesmal das Tor hütete, dann über die Schulter. Zwei gehaltene Schüsse von Olarenwaju Kayode (10.) und Felipe Pires (14.) konnten die Heimfans noch bestaunen, danach war Salzburg die bestimmende Mannschaft und machte vor allem über die linke Seite und den verhinderten Teamverteidiger Ulmer Druck.

Ein Fauxpas von Stankovic brachte die Austria noch höher in Führung. Der Ex-Grödiger ließ sich nach einem Rückpass zu lange Zeit und vertändelte dann einen Meter vor seinem Kasten gegen Kayode den Ball. Das 17. Tor in dieser Saison war wohl die leichteste Übung für den Nigerianer. Salzburg hatte zuvor durch den erstmals ins ÖFB-Team einberufenen Konrad Laimer und Hwang zwei, drei Chancen auf den Ausgleich verstreichen lassen.

Ulmer traf vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller die Außenstange. Aber erst Youth-League-Held Haidara, der den Ball aus knapp 20 Metern links ins Kreuzeck hämmerte, erzielte in der 44. Minute den Anschlusstreffer. Nach dem Seitenwechsel fand die Austria wieder nur für kurze Dauer besser ins Spiel, Salzburg übernahm rasch das Kommando. Hwang brauchte nach Vorarbeit von Wanderson zunächst nur den Fuß hinhalten, Lazaro umkurvte zwei Minuten später Austria-Goalie Osman Hadzikic und schoss aus spitzem Winkel zum Endstand ein, da die Austria im Finish nicht mehr zulegen konnte.

Fernduell am Sonntag um Platz zwei

Endrang zwei wird damit erst am Sonntag ausgespielt. Die Austria spielte bei der Admira, Sturm gastiert im Lavanttal beim WAC. Derzeit liegen beide Klubs nach Punkten und Tordifferenz gleichauf, die Austria hat dank der mehr erzielten Tore die Nase vorn. (APA, 25.5.2017)

Bundesliga, 35. Runde:

FK Austria Wien – FC Red Bull Salzburg 2:3 (2:1)
Ernst-Happel-Stadion, 11.054 Zuschauer, SR Kolleger.

Torfolge:
1:0 (6.) Ulmer (Eigentor)
2:0 (29.) Kayode
2:1 (44.) Haidara
2:2 (64.) Hwang
2:3 (66.) Lazaro

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Salamon – Grünwald, Serbest, Holzhauser (78. Friesenbichler) – Tajouri (63. De Paula), Kayode, Pires (85. Kvasina)

Salzburg: C. Stankovic – Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Haidara (75. C. Leitgeb), Samassekou – Lazaro (68. Minamino), V. Berisha (53. Wanderson) – Laimer, Hwang

Gelbe Karten: Filipovic, Serbest, Rotpuller, Grünwald, Kayode bzw. Laimer, Wanderson

  • Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "In der ersten Hälfte haben wir sehr, sehr gut gespielt, super verteidigt, den Plan umgesetzt und 2:0 geführt. Eigentlich ist das dann unser Spiel. Dann war es ein tolles Tor, ein Sonntagsschuss, was psychologisch nicht ideal ist gegen diese starke Mannschaft. Vielleicht kann man uns vorwerfen, dass man dann auch noch mehr machen muss, aber ich muss meiner Mannschaft dennoch ein Kompliment machen. Wir haben es nach wie vor in der Hand (Vizemeister zu werden; Anm.)."

Rene Aufhauser (Salzburg-Assistenztrainer): "Das Spiel hat ziemlich schlecht für uns begonnen, aber ein tolles Tor hat uns wieder zurückgebracht. Haidara hat ein ganz, ganz starkes Debüt gegeben. Ein 0:2 bei der Austria aufzuholen, ist nicht leicht. Das hätte der Austria eigentlich in die Karten gespielt. Es ist ein starkes Zeichen der Mannschaft, dass sie die Spannung hoch halten kann."

  • Der Siegestorschütze Valentino Lazaro (Mitte) beim Durchtanken.
    foto: apa/hans punz

    Der Siegestorschütze Valentino Lazaro (Mitte) beim Durchtanken.

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