Nervenzellen im Hirn lösen Fressanfälle aus

26. Mai 2017, 06:00
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New Haven – Forscher haben bei Mäusen eine Gruppe von Neuronen im Gehirn entdeckt, die mit Heißhungerattacken in Zusammenhang stehen. Wie sie im Fachblatt "Science" berichten, führt die gezielte Stimulierung dieser Nervenzellen im Subthalamus, einem Teil des Zwischenhirns, zu Fressanfällen und Gewichtszunahme.

Konkret befinden sich die Neuronen in der Zona Incerta, einem noch wenig erforschten Areal aus Grauer Substanz. Aus früheren Studien ist bekannt, dass die Stimulierung dieser Hirnregion bei Patienten, die an Bewegungsstörungen leiden, Hungeranfälle auslösen kann, die der Binge-Eating-Störung gleichen. Dabei kommt es zu Hungerattacken und Kontrollverlust über das Essverhalten.

Um mehr über das Phänomen herauszufinden, aktivierten Forscher um Xiaobing Zhang (Yale University) Neuronen in der Zona Incerta bei Mäusen gezielt und untersuchten, welche Wirkung dies auf die Tiere hatte. Dabei stießen sie auf eine Neuronengruppe, deren Stimulation binnen drei Sekunden Fressanfälle zur Folge hatte.

Nach zehnminütiger durchgängiger Stimulierung hatten die Tiere bereits ein Drittel ihres täglichen Nahrungsbedarf in sich hineingestopft. Die Ergebnisse könnten für die Erforschung und Behandlung von Essstörungen interessant sein. (dare, 26.5.2017)

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