Darmflora kann Wirksamkeit von Immuntherapie vorhersagen

    26. Mai 2017, 08:18
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    Welche Krebs-Patienten auf eine Immuntherapie ansprechen und welche schwere Nebenwirkungen davon tragen, zeigt ein Blick auf die Darmflora

    Ein französisches Forscherteam konnte aufzeigen, welche Rolle die Darmflora für die Immuntherapie bei Krebs-Patienten spielt. Beim Menschen trägt die Zusammensetzung der Darmflora zur Identifizierung der Patienten bei, die positiv auf die Behandlung ansprechen. Somit könnte eine Veränderung dieser Zusammensetzung die Wirksamkeit der Versorgung verbessern.

    Die Darmflora setzt sich aus über 100.000 Milliarden Bakterien zusammen und spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Immunsystems. Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher die Darmflora von 26 Melanom-Patienten analysiert. Alle Patienten wurden mit Ipilimumab behandelt – Ipilimumab ist eine Immuntherapie, die das Immunsystem des Patienten nutzt, um die Erkrankung zu bekämpfen. Diese Behandlung ist bei einem Teil der Patienten wirksam, führt jedoch zu ernsthaften Nebenwirkungen, wie Enterokolitis, einer Erkrankung des Darms.

    Die Forscher haben gezeigt, dass die Zusammensetzung der Darmflora die Identifizierung von Patienten ermöglicht, die positiv auf die Immuntherapie reagieren bzw. eine Enterokolitis entwickeln werden. Diese Ergebnisse bestätigen die Rolle der Darmflora für die Immuntherapie in Krebsfällen. Sie verbessern die Identifizierung der Patienten, bei denen diese Behandlungen wirksam wäre und sind ein wichtiger Fortschritt für die Verbesserung der Immuntherapie. (red, idw, 26.5.2017)

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