Ex-Pfleger von Gut-Aiderbichl-Chef wegen Erpressung verurteilt

    24. Mai 2017, 12:59
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    20 Monate bedingte Haft für 44-Jährigen, der Geld für Fotos von Michael Aufhauser verlangte, die er zu veröffentlichen drohte

    Salzburg – Der ehemalige Pfleger von Michael Aufhauser, dem Gründer des Gnadenhofs Gut Aiderbichl, ist am Mittwoch wegen versuchter Erpressung verurteilt worden. Der 44-jährige Kroate hatte vom Geschäftsführer der Aiderbichl-Tiergnadenhöfe, Dieter Ehrengruber, Geld gefordert. In einem Brief habe er angekündigt, ansonsten Fotos von Aufhauser und intime Details an Medien zu verkaufen.

    Richterin Katrin Pernestetter verurteilte den ehemaligen Krankenpfleger zu 20 Monaten bedingte Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte nahm sich Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

    Der Angeklagte beteuerte beim Prozessauftakt, den inkriminierten Erpresserbrief nicht geschrieben zu haben. Er habe zwar einen Brief geschrieben, der sei aber mit der Hand geschrieben gewesen. Darin habe er darum gebeten, seinen Job als Pfleger zurückzubekommen, nachdem ihm Ehrengruber zu verstehen gegeben habe, dass er nicht mehr zu kommen brauche. Sein Verteidiger Kurt Jelinek erklärte, die SMS des Angeklagten würden zeigen, dass nicht dieselbe Person den Brief geschrieben habe.

    Für Richterin Pernestetter reichten die Beweise jedoch aus. Die Behauptung des Angeklagten, dass Ehrengruber den Brief ausgetauscht habe, um ihn loszuwerden, hielt die Richterin für unwahrscheinlich.

    Michael Aufhauser hatte am 28. Mai 2015 einen Aorta-Riss und in der Folge mehrere Schlaganfälle erlitten. Er ist seitdem ein Pflegefall, sein Gesundheitszustand soll sich zuletzt jedoch etwas gebessert haben. (Stefanie Ruep, 24.05.2017)

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