Zehn Praxisregeln für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch

29. Mai 2017, 09:05
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Freundlichkeit und Verschwiegenheit über den ehemaligen Arbeitgeber sind bei Bewerbungsgesprächen laut Wolfgang Rosam oberste Gebote

"Ich habe in meinen 35 Praxisjahren als Inhaber mehrerer Kommunikationsagenturen wahrscheinlich rund 2000 Bewerbungsgespräche geführt und hunderte Menschen eingestellt", sagt Kommunikationsberater Wolfgang Rosam, der auch Herausgeber des Gourmet-Magazins Falstaff ist. Das Bewerbungsgespräch ist in seinen Augen dazu da, um zu überzeugen und den Eindruck zu vermitteln, der perfekte Kandidat für den Job zu sein. Für das Zusammentreffen hat Rosam zehn Tipps verfasst:

1. Der erste große Erfolg einer Bewerbung ist die Einladung zum persönlichen Kennenlerngespräch. Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie bereits 90 Prozent der Mitbewerberinnen und Mitbewerber "geschlagen".

2. Insistieren Sie aber nie eine Reaktion auf Ihr Bewerbungsschreiben. Je nach Job gibt es zwischen 25 und 350 BewerberInnen. Geben Sie dem potentiellen Arbeitgeber bitte ausreichend Zeit, den Kreis der persönlich Einzuladenen zu definieren.

3. Wenn Sie zum persönlichen Gespräch eingeladen werden, bereiten Sie sich bitte penibel vor. Die Website des Unternehmens sollten Sie praktisch auswendig kennen.

4. Kommen Sie um Himmels willen nicht zu spät zum Termin – aber auch nicht viel zu früh –, denn beides ist unpünktlich.

5. Wählen Sie Ihr Outfit dem angepeilten Job entsprechend aus! Für einen Kreativ-Job in einer Werbeagentur sind Krawatte oder Kostüm eher unpassend. Je förmlicher die Jobanfordernis, desto förmlicher sollte auch die Kleidung sein.

6. Achten Sie auf Ihren Händedruck und den Blickkontakt. Der Händedruck ist fest und "trocken" – ein kurzer Blick direkt in die Augen schafft erste Sympathie. Sprechen Sie Ihr Gegenüber mit seinem Namen an.

7. Bedanken Sie sich für die Einladung zum Gespräch, machen Sie vielleicht eine persönliche Bemerkung – soweit positiv möglich – zum Büro oder zur Umgebung.

8. Lassen Sie Ihren "Interviewer" zuerst beginnen zu fragen. Dieser hat meistens ein klares Fragen-Schema vor sich, das er gerne abspulen möchte. Antworten Sie offen und bereitwillig, aber werden Sie nie indiskret gegenüber vorangegangenen Arbeitgebern. Es gilt das bayerische Sprichwort: "Was Hans über Franz erzählt, sagt mehr über Hans, als über Franz aus"!

9. Stellen Sie auch einige Fragen, aber bitte primär über den zukünftigen Job per se. Bitte vermeiden Sie Fragen über Arbeitszeit, Urlaubsansprüche oder Überstunden beim ersten Gespräch. Dafür gibt es bei der Vertragsverhandlung noch Gelegenheit. Ihr Gegenüber soll nicht den Eindruck bekommen, dass Ihnen die Arbeitsbedingungen – auch wenn sie natürlich relevant sind – wichtiger sind als der Job selbst.

10. Bearbeiten Sie den Termin nach! Ein kurzes Mail, bereits wenige Stunden nach dem persönlichen Kennenlernen über Gesprächsatmosphäre, den Termin selbst und Ihr noch weiter gestiegenes Interesse an dem Job, verschaffen Ihnen zusätzliche Punkte. (red, 29.5.2017)

  • Vorbereitung ist alles. Außerdem gilt: Nicht zu spät, aber auch nicht zu früh kommen – beides ist unpünktlich.
    foto: istock

    Vorbereitung ist alles. Außerdem gilt: Nicht zu spät, aber auch nicht zu früh kommen – beides ist unpünktlich.

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