Null-Euro-Schein heiß begehrt

24. Mai 2017, 10:59
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Er ist besser als nichts: der Null-Euro-Schein. Bezahlen kann man mit ihm nicht, dafür hat er einen sentimentalen Wert

Ist er echt oder doch eine Fälschung? Wer den Null-Euro-Schein erst einmal in Händen hält, wird schnell erkennen: Die Banknoten sind auf echtem Europapier gedruckt und haben Sicherheitsmerkmale wie Seriennummer, Mikroschrift, Wasserzeichen, Hologramm, Sicherheitsfaden und fluoreszierende Farben, ähnlich wie die echten Euro-Banknoten. Bezahlt werden kann damit selbstredend natürlich nicht. Dennoch wird die Banknote von der Europäischen Zentralbank (EZB) offiziell anerkannt und von einer eigens lizenzierten Gelddruckerei hergestellt.

Salzburg – limitierte Auflage von 10.000 Exemplaren

Laut einem Bericht von "Bild.de" steckt hinter dem Null-Euro-Schein die Idee, dass dieser mit Wunschmotiven bedruckt und dann als Souvenir verkauft werden könne. In Frankreich ist das seit 2015 der Fall, in Österreich und Deutschland seit 2016. Laut Angaben des Herstellers sollen die individualisierten Scheine an den angebotenen Verkaufsständen bereits das zweitbeliebteste Souvenir nach Postkarten sein.

In Deutschland kommt diese Woche ein weiteres Motiv hinzu. Wie das Nachrichtenportal berichtet, soll der überkonfessionelle Verein Gott.net 10.000 Null-Euro-Scheine angefordert haben. Diese sollen im Gedenken an den 500. Reformationstag unter dem Motto "Gottes Gnade gibt es umsonst" stehen.

Dazu wird auf dem Schein die Luther-Statue in Wittenberg abgedruckt sein. Darunter steht das Zitat des Reformators "So viel Glauben du hast, so viel Lachen hast du". Der Luther-Schein soll laut Bericht auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg erhältlich sein.

1996 hat ein gewisser Richard Faille in Kooperation mit der Monnaie de Paris, der staatlichen französischen Münzprägeanstalt, das Konzept der individualisierten Souvenirmünze ersonnen. Seine Idee war, eine personalisierte Münze zu erstellen, die Museen, Sehenswürdigkeiten, Denkmäler und Freizeitparks ihren Besuchern und auch Sammlern zum Preis von zwei Euro anbieten könnten.

Statt der Signatur von EZB-Chef Mario Draghi setzte Faille im übrigen die seine auf die Banknoten. (ch, 24.5.2017)

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