Niederösterreich bildet ab Herbst Alltagsbetreuer für Senioren aus

23. Mai 2017, 17:56
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Neue Berufsgruppe soll stundenweise vor allem pflegende Angehörige entlasten

St. Pölten / Wien – Im Herbst soll in Niederösterreich der erste Lehrgang für Alltagsbegleiter starten, Ende 2017 sollen erste Absolventen Senioren zu Hause stundenweise unterstützen. Die Ausbildung für das neue Berufsbild umfasse 100 Stunden Theorie und 40 Stunden Praktikum, erläuterte Soziallandesrätin Barbara Schwarz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten gemeinsam mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP). Schulen für Betreuungsberufe oder Trägerorganisatinen sollen die Kurse anbieten. Man rechne mit der Nachfrage von rund 2000 Menschen nach solchen Helfern.

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Alltagsbetreuer sollen Senioren zu Hause unterstützen.

Voraussetzung für die Ausbildung sind ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs, ein Tagespraktikum im mobilen Bereich (etwa bei Hilfswerk oder Caritas) und ein Mindestalter von 18 Jahren. Im Sommer 2018 wird evaluiert.

Auch Bund sieht Lücke

Alltagsbegleiter sollen eine Lücke in der Altenbetreuung füllen, die auch der Sozialminister wahrgenommen hat: Alois Stöger (SPÖ) hat angekündigt, im Zuge der Jobinitiative "Aktion 20.000" über 50-jährige Langzeitarbeitslose für die stundenweise Unterstützung Älterer auszubilden. Ab Juli soll die Arbeitsmarktinitiative in Pilotregionen starten. Die Helfer sollen ein ergänzendes Angebot zur 24-Stunden-Betreuung sein. Budgetmittel dafür wurden vorerst bis 2019 zugesagt.

Nicht Teil der "Aktion 20.000"

Der Pilotversuch in Niederösterreich klingt ähnlich, ist aber ein eigenes Projekt. Ziel ist vorrangig die Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger und eine Unterstützung im betreuten Wohnen. Stationäre Betreuung solle es nämlich nur dann geben, wenn es nicht mehr anders gehe, sagte Mikl-Leitner – und verwies auf Umfragedaten, wonach 85 Prozent der älteren Menschen gern zu Hause betreut werden möchten.

11.000 Menschen in Niederösterreich sind aktuell in Heimen, 16.200 erhalten ambulante Hilfe, 6200 haben 24-Stunden-Betreuer, und 3200 leben in einer Form des "Betreuten Wohnens". (spri´, 23.5.2017)

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