ORF-Bau: "Wir verblasen hier kein Geld" – Kosten "zu niedrig geschätzt"

23. Mai 2017, 12:21
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Laut Publikumsrat 850.000 Euro für Sitzungssaal der ORF-Gremien – kein Kommentar von Wrabetz

Wien – Den Stiftungsrat des ORF wird das 303-Millionen-Euro Bauprojekt ORF-Zentrum kommende Woche noch beschäftigen. Publikumsrat Andreas Kratschmar (ÖVP-Freundeskreis) nutzte die Sitzung des zweiten ORF-Gremiums für kostspielige Detailfragen an den ORF-General: Kostet der neue "Luxus-Sitzungssaal" für ORF-Gremien tatsächlich 850.000 Euro? Und sind 500.000 Euro für eine neue Raucher-Terrasse nicht ein bisschen teuer?

Die Raucher-Terrasse wurde eigentlich als Fundament für ein neues "Heute leben"-Studio auf dem Küniglberg betoniert. Das ist obsolet – damit die mobile Morgenschiene "Guten Morgen Österreich" sich einfacher finanzieren lässt, gehen künftig auch die Tages-Chroniken des ORF auf Tour.

Alexander Wrabetz ging in seiner Antwort nicht auf die genannten Summen ein. "Wir verblasen hier kein Geld", erklärte Wrabetz den Publikumsräten. "Die Kosten für den Bauteil 1 wurden zu niedrig geschätzt", räumte der ORF-General ein. Statt budgetierten 53 Millionen Euro inklusive Reserven wurden es nun laut Wrabetz rund 60 Millionen. Diese 15 Prozent Mehrkosten für den Haupttrakt werde es bei den übrigen Objekten nicht geben. Wrabetz: "Das ist kein Fass ohne Boden."

Der neue Sitzungssaal sei ein Kompromiss mit dem Bundesdenkmalamt für eine moderne Gestaltung. Man wollte vermeiden, die Roland-Rainer-Einrichtung nach der Gebäudesanierung "in Handarbeit wieder zusammenzubauen".

Änderungen am Konzept für einen multimedialen Newsroom argumentierte Wrabetz wie im STANDARD-Interview mit Verzögerungen im Bauverfahren für den Neubau; der Newsroom wäre wie konzipiert ein paar Jahre später nicht mehr state of the art. (red, 23.5.2017)

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