Apple und Nokia legen Patentstreit bei

23. Mai 2017, 10:32
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Mehrjähriges Lizenzabkommen zwischen den beiden Unternehmen unterzeichnet

Der finnische Telekomausrüster Nokia und der US-Technologieriese Apple haben ihren Patentstreit beigelegt und ein mehrjähriges Lizenzabkommen unterzeichnet. Nokia werde eine Vorauszahlung und regelmäßig weitere Beträge während der Laufzeit des Vertrags erhalten, teilten die Unternehmen am Dienstag mit.

Weitere finanzielle Details wurden nicht bekannt. Apple und Nokia hatten sich im vergangenen Dezember gegenseitig mit Klagen überzogen.

Vorwurf

Nokia warf dem US-iPhone-Konzern damals unter anderem auch in Deutschland vor, 32 Patente zu verletzen. Dabei ging es um Technologien für Displays, Bedienung, Chips, Antennen, die Anzeige von Videos, Software sowie weitere Funktionen. Apple warf Nokia vor, aus Smartphone-Anbietern auf unfaire Weise Geld herauszupressen.

Apple und der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia hatten schon 2011 einen mehrjährigen Patentstreit beigelegt. Damals stellte die finnische Firma auch noch selbst Telefone her, wenige Jahre später wurde das Handy-Geschäft an Microsoft verkauft. Wichtige Patente blieben bei Nokia. Der Konzern konzentriert sich seitdem auf Ausrüstung für Mobilfunk-Netze.

Kritik

Nokia erklärte im Dezember, die 2011 abgeschlossene Lizenzvereinbarung habe nur einige Patente betroffen und die Verhandlungen seien ergebnislos geblieben. Apple konterte damals, Nokia greife zu Methoden eines "Patent-Trolls", um Geld von Apple zu verlangen – zum Teil für Apples eigene Erfindungen. Als "Patent-Trolle" werden in der Branche Firmen bezeichnet, die selbst keine Geräte bauen, aber mit oft zusammengekauften Patenten Hersteller verklagen.

Jetzt zogen Nokia und Apple alle Klagen zurück und wollen stärker zusammenarbeiten. Es solle regelmäßige "Gipfeltreffen" des Top-Managements geben und Nokia werde Apple einige Dienste und Produkte der Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung stellen, hieß es. Und Apple werde Nokias Verbraucher-Artikel wie Waagen, die bisher unter der Marke Withings verkauft worden waren, wieder ins Sortiment seiner Läden aufnehmen. Sie waren im Zuge des Streits herausgeflogen. (APA, 23.5.2017)

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    foto: dado ruvic / reuters
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