Österreichs Betriebe schaffen viele Jobs – im Ausland

23. Mai 2017, 00:01
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Heimische Betriebe geben im Ausland Gas, internationale Betriebe machen aber einen Bogen um Österreich

Wien – Österreichische Firmen investieren zwar kräftig im Ausland, umgekehrt profitiert Österreich kaum vom derzeitigen Investitionsboom in Europa. "Österreichs Unternehmen haben 2016 in Europa drei Mal so viele Investitionen getätigt wie ausländische Investoren hierzulande", so Helmut Maukner vom Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY).

Während heimische Firmen im europäischen Ausland im Vorjahr 140 Investitionsprojekte durchführten, kamen hierzulande nur 49 Projekte ausländischer Unternehmen zustande. Damit findet sich Österreich im europäischen Standortranking nur auf Platz 21 unter 43 Ländern, ermittelte EY. An der Spitze liegen Großbritannien mit 1144 Investitionsprojekten, Deutschland mit 1063 und Frankreich mit 779. Umgekehrt hat Österreich in Europa im vergangenen Jahr viel investiert und damit laut EY so viele Jobs wie nie zuvor geschaffen.

35.000 Jobs in Europa

"Österreichs Betriebe waren 2016 der zehntgrößte Jobmotor in Europa – nur Unternehmen aus erheblich größeren Volkswirtschaften haben mehr zum Arbeitsmarktaufschwung im vergangenen Jahr beigetragen", sagte Maukner. In den vergangenen zehn Jahren schufen heimische Betriebe im Rahmen von Direktinvestitionsprojekten rund 35.000 Arbeitsplätze in Europa. 2016 stieg die Zahl der Jobs um 22 Prozent auf 6138.

Die meisten Arbeitsplätze österreichischer Unternehmen wurden im Vorjahr aufgrund einzelner Großprojekte in Russland, Tschechien und Deutschland geschaffen. Hierzulande führte insbesondere eine Großinvestition des kanadischen Autozulieferers Magna zu einem kräftigen Anstieg der entstandenen Arbeitsplätze.

Magna schafft viele Stellen

Die Ausweitung der Produktion von Magna Steyr soll alleine rund 3000 Jobs bringen. Aufgrund dieses Einmaleffekts wurde 2016 ein neuer Rekord bei den von ausländischen Investoren in Österreich geschaffenen Arbeitsplätzen erreicht, räumte EY ein. Österreich kletterte im europäischen Job-Ranking von Platz 25 auf Platz 14. 2016 stiegen die ausländischen Direktinvestitionen in Europa zum vierten Mal in Folge. Die Zahl der Projekte erhöhte sich um 15 Prozent auf 5845. Die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze stiegen um fast ein Fünftel.

"Allen wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen zum Trotz ist die Attraktivität des Wirtschaftsraums Europa momentan so groß wie nie zuvor", so Maukner. Der größte Investor in Europa sind die Vereinigten Staaten. 2016 wurden europaweit 1310 Direktinvestitionsprojekte US-amerikanischer Unternehmen gezählt. Die Plätze zwei und drei der größten Investoren in Europa belegen Deutschland und Frankreich mit 651 Projekten bzw. 346 Projekten. Aus China wurden 297 Investitionsprojekte in Europa gezählt. (red, APA, 23.5.2017)

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