Benetton will außerhalb der Grenzen wachsen

23. Mai 2017, 06:52
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Der italienische Modekonzern Benetton ist auf einem Internationalisierungskurs und sucht Partner

Benetton schaut über die Grenzen Italiens hinaus. Sollte der Plan des Infrastrukturkonzerns Atlantia im Dunstkreis von Benetton aufgehen und die Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis gelingen, wäre das nicht nur die bisher größte italienische Übernahme in Europa. Die angepeilte Fusionsgesellschaft Atlantia-Abertis soll darüber hinaus weitere Kreise ziehen.

So ist vorgesehen, dass der Anteil des internationalen Geschäfts beim fusionierten Konzern künftig mehr als fünfzig Prozent beträgt. Atlantia ist aus der früheren Autostrade S.p.A. hervorgegangen und notiert seit 1999 zu 100 Prozent an der Börse in Mailand. Die Kontrolle der Gesellschaft übt ein Aktionärskern aus, der von der Benetton-Familie geführt wird.

Aber auch die Benetton-Familienholding Edizione erwirtschaftet zurzeit noch mehr als die Hälfte ihres Umsatzes in Italien. Dieser Anteil soll in Zukunft verringert werden – zugunsten des Auslandsgeschäfts. Die Geschwister Benetton ließen bereits wissen, dass nach Atlantia auch die Restaurantkette Autogrill internationalisiert werde.

Managerwechsel

Darüber hinaus ist auch der Modekonzern Benetton Group bereits seit längerem auf der Suche nach einem ausländischen Partner. Die Benetton-Familienholding Edizione kontrolliert neben Atlantia auch die Autobahnraststättengesellschaft Autogrill sowie die Benetton Group. Erst vor einem Monat fand bei Benetton Group ein Managerwechsel statt. CEO Marco Airoldi hatte seinen Rücktritt angekündigt und die Leitung an Tommaso Bruso als neuen COO (Chief Operation Officer) übergeben.

Bruso wird sich großteils auf das "Produkt" konzentrieren, um den Konzern zu internationalisieren. Mit der Ernennung von Bruso haben die Benettons den vor kurzem begonnenen Weg fortgesetzt, Spezialisten an die Spitze der einzelnen Branchen zu setzen, um diese dann besser international platzieren zu können.

So ist etwa bei Autogrill die Bildung einer Dachholding mit drei bis fünf Tochtergesellschaften vorgesehen. Dadurch sollen auch mehr Flexibilität und eine Optimierung der Beteiligungen garantiert werden. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 23.5.2017)

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