Erdoğans Sicherheitsleute prügelten Presse, Ankara beschwert sich bei USA

22. Mai 2017, 19:02
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Die Türkei wirft den USA vor, den Besuch des Präsidenten nicht ausreichend gesichert zu haben

Ankara – Die Türkei hat den US-Botschafter einbestellt, um gegen die Behandlung türkischer Sicherheitsleute beim US-Besuch von Präsident Tayyip Erdoğan zu protestieren. Das teilte das türkische Außenministerium am Montag in Ankara mit.

Beim Staatsbesuch Erdoğans vergangene Woche war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und Demonstranten vor der Residenz des türkischen Botschafters in Washington gekommen. Die Türkei machte Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK für die Krawalle verantwortlich. Washingtons Polizeichef sprach hingegen von "brutalen Angriffen" der türkischen Sicherheitsleute gegen friedliche Demonstranten. Elf Menschen waren verletzt worden, darunter ein Polizist.

Direkte Anweisung des Präsidenten

Das türkische Außenministerium legte nach eigenen Angaben Protest gegen das aus seiner Sicht "aggressive und unprofessionelle Vorgehen" der US-Sicherheitskräfte ein. Die Türkei fordere eine Untersuchung des Zwischenfalls und eine Erklärung von den US-Behörden, denen das Außenministerium in Ankara vorwarf, nicht in der Lage gewesen zu sein, den Staatsbesuch ausreichend zu sichern.

Die USA hatten vergangene Woche gegen die Gewaltaktionen der türkischen Sicherheitskräfte protestiert. Senator John McCain forderte sogar die Ausweisung des türkischen Botschafters.

Die Washington Post meldete, Erdogan könnte womöglich persönlich den Angriff auf die Demonstranten befohlen haben. Das geht aus einer Videoanalyse hervor, die Journalisten der Zeitung angestellt hatten. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Präsident unmittelbar vor den Zusammenstößen, denen er aus der Entfernung beiwohnte, einem Mann offenbar Anweisungen gibt. (Reuters, 22.5.2017)

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