Play-off-Niederlage von Cleveland

22. Mai 2017, 10:04
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Boston verkürzte mit 111:108-Auswärtssieg auf 1:2 – Drohungen gegen Warriors-Center Pachulia nach Foul an Leonard

Cleveland (Ohio) – Die Boston Celtics haben sich noch nicht aufgegeben. Der NBA-Rekordmeister gewann am Sonntag auch ohne seinen an der Hüfte verletzten Spielmacher Isaiah Thomas das dritte Eastern-Conference-Finale bei Titelverteidiger Cleveland Cavaliers 111:108 (50:66) und verkürzte damit in der "best of seven"-Serie auf 1:2. Es war die erste Play-off-Niederlage der "Cavs", die mit 10:0-Siegen gestartet waren.

Saisonübergreifend hatte das Team um Basketball-Superstar LeBron James sogar 13 Siege en suite gefeiert. "Wir haben nie den Glauben an uns verloren", betonte Celtics-Guard Avery Bradley nach der Aufholjagd. Nach zuvor bis zu 21 Punkten Rückstand im dritten Viertel machte der 26-Jährige mit seinem Dreipunktewurf in der Schlusssekunde den Sieg perfekt. "Das wird uns neues Selbstvertrauen für den Rest der Serie geben", kündigte Bradley an, der mit 20 Punkten hinter Marcus Smart (27) zweitbester Celtics-Scorer war.

Enttäuschung herrschte dagegen beim Titelverteidiger. Während Kyrie Irving (29 Punkte) und Kevin Love (28) Normalform zeigten, enttäuschte James diesmal mit elf Punkten. "So sind die Play-offs", meinte der 32-Jährige. Der bisher so überzeugende Teamleader der "Cavs" traf in den letzten 17 Minuten des Spiels keinen Wurf mehr. "Es lief vieles schief", erklärte James und kündigte Besserung an: "Wir werden im vierten Spiel am Dienstag anders auftreten."

Die Golden State Warriors hatten indes in der Nacht auf Dienstag die Chance, mit einem Sieg bei den San Antonio Spurs als erstes Team der NBA-Geschichte mit 12:0-Siegen in die Play-offs zu starten und damit vorzeitig das NBA-Finale zu erreichen. Trotzdem ist die Stimmung beim Grunddurchgangssieger aus Oakland derzeit gedrückt, weil Center Zaza Pachulia nach seinem Foul an Spurs-Superstar Kawhi Leonard bedroht worden ist. Laut Medienberichten sollen Drohungen auch gegen seine Familie gerichtet worden sein.

"Mir als Mann ist so etwas egal", wurde Pachulia in "USA Today" zitiert. "Aber ich hasse es, dass meine Familie da reingezogen wird. Meine Frau und meine Kinder haben nichts damit zu tun", betonte der 33-jährige Georgier, der mit seinem Foul gegen Leonard im Auftaktspiel der Serie am Sonntag vor einer Woche für die entscheidende Wende gesorgt hatte. Nach dem Ausfall des Schlüsselspielers, der beim Stand vom 78:55 aus Sicht von San Antonio vom Feld musste und seither nicht mehr gespielt hat, verloren die Gäste aus Texas noch knapp 111:113.

Spurs-Coach Gregg Popovich hatte Pachulia am nächsten Tag Absicht unterstellt und dessen Spielstil als "gefährlich" und "unsportlich" bezeichnet. "Es ist nicht allein seine Schuld, aber er hat dabei eine sehr große Rolle gespielt", machte Pachulia nun den San-Antonio-Trainer für die jüngsten Entwicklungen verantwortlich. So wurden nach den Drohungen gegen seine Familie sogar Sicherheitskräfte zur Schule seiner Kinder geschickt. (APA, 22.5.2017)

NBA-Play-Ergebnis vom Sonntag – Eastern-Conference-Finale, drittes Spiel der "best of seven"-Serie:

Cleveland Cavaliers – Boston Celtics 108:111
Stand in der Serie 2:1

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