US-Studenten verließen aus Protest gegen Vize Mike Pence Abschlussfeier

22. Mai 2017, 08:57
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Dutzende Hochschüler boykottieren in Indiana Rede von Trumps Stellvertreter Pence – Trump-Anhänger stehen weiterhin hinter ihrem Präsidenten

Washington – Dutzende Studenten haben im US-Bundesstaat Indiana aus Protest gegen Vizepräsident Mike Pence ihre eigene Abschlussfeier verlassen. Die Hochschüler erhoben sich am Sonntag zum Beginn von Pences Rede von ihren Plätzen, wie auf Videos zu sehen war, die im Internet veröffentlicht wurden. Anschließend verließen sie schweigend das Stadion, in dem die Zeremonie stattfand.

Einige ihrer rund 2.000 Kommilitonen jubelten ihnen zu, während andere sie ausbuhten. Die Universität Notre Dame in South Bend ist eine der angesehensten katholischen Hochschulen in den USA. Pence verurteilte in seiner Rede die "politische Korrektheit" an US-Hochschulen, die einer "Unterdrückung de Redefreiheit" gleichkomme.

Die Organisatoren des Protests erklärten, die Politik der US-Regierung stehe "im direkten Widerspruch zur katholischen Soziallehre" und stelle einen Angriff auf die Minderheiten an der Hochschule dar. Nach ihren Angaben beteiligten sich mehr als hundert Studenten an der Aktion. Viele von ihnen trugen Anstecker oder Fahnen in den Farben der Regenbogens, die für die Homosexuellen-Bewegung stehen.

cnn
Aus Protest verließen dutzende US-Studenten ihre Abschlussfeier.

Republikanisch gesinnte Amerikaner unbeeindruckt

Während demokratisch-gesinnte US-Bürger mittlerweile fast täglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ob der Berichte über Geheimnisverrat, möglicher Justizbehinderung und der allgemein als chaotisch angesehenen Amtsführung des US-Präsidenten Donald Trump, herrscht bei den allermeisten republikanisch gesinnten Amerikanern jedoch nur Schulterzucken.

Die andauernden Angriffe auf Trump, der sich als Opfer dieser inszeniert, veranlasst seine Anhänger, die Reihen noch enger zu schließen. Die allgemeine Zustimmung zu seiner Präsidentschaft liegt laut Gallup aktuell bei 38 Prozent, bei Republikanern hingegen hält der US-Präsident weiterhin bei 84 Prozent Zustimmung. Das ist ein Wert, der sich im Vergleich zu seinem Amtsantritt Ende Jänner lediglich um 5 Prozentpunkte verringert hat. Und auch wenn es im sozialen Medium Facebook mittlerweile die Gruppe "Ich bereue es, 2016 Trump gewählt zu haben" gibt, bedauern diversen Umfragen zufolge lediglich 2 bis 3 Prozent der fast 63 Millionen Trump-Wähler ihre Entscheidung. (APA/AFP, 22.5.2017)

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