Sieben tote Reporter 2017: Journalisten-Appell in Mexiko

    22. Mai 2017, 07:58
    posten

    Korrespondenten erklärten sich mit mexikanischen Kollegen solidarisch

    Mexiko-Stadt – Nach sieben Morden an Journalisten im laufenden Jahr haben die in Mexiko stationierten Korrespondenten ausländischer Medien mehr Schutz und ein Ende der Aggressionen gefordert. 186 Journalisten erklärten sich in dem gemeinsamen Appell solidarisch mit ihren häufig unter Lebensgefahr recherchierenden mexikanischen Kollegen.

    Letzte Woche war in Sinaloa, Hochburg des organisierten Verbrechens, der bekannte Korrespondent der Zeitung "La Jornada", Javier Valdez, erschossen worden. Er hatte über die Kartelle in der Heimat des an die USA ausgelieferten Drogenbosses Joaquin "Chapo" Guzman berichtet.

    Konsequente Verfolgung gefordert

    "Wir sind schockiert von diesem neuen Verbrechen, das Teil ist einer jüngsten Aggressionswelle gegen unsere mexikanischen Kollegen, deren Mut wir tief bewundern", heißt es in dem Appell, der von internationalen Nachrichtenagenturen und Medien wie "New York Times", "El Pais", der BBC, und dem "Wall Street Journal" unterzeichnet wurde. Gefordert wird ein Ende der Straflosigkeit und ein konsequentes Verfolgen von Angriffen und Einschüchterungen aller Art gegen Journalisten.

    Ebenfalls vergangene Woche wurde im Staat Jalisco der Reporter Jonathan Rodriguez Cordova durch Schüsse auf sein Auto getötet. Präsident Enrique Pena Nieto verspricht mehr Schutz, zudem solle die Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten mehr Personal bekommen. Laut Reporter ohne Grenzen wurden dieser Behörde seit 2010 rund 800 Fälle vorgelegt, allein 47 waren Morde gegen Journalisten, aber es sei nur zu drei Verurteilungen gekommen. (APA, 22.5.2017)

    Zum Thema

    Journalisten in Mexiko: Mehr Todesurteil als Beruf – Nur in Kriegsgebieten wie Afghanistan und Syrien werden mehr Journalisten ermordet als in Mexiko

    "Sie töten uns": Journalisten in Mexiko protestieren gegen Gewalt – EU angesichts der jüngsten Welle der Gewalt besorgt

    Share if you care.