Rapid sichert sich mit Sieg über Sturm den Klassenerhalt

21. Mai 2017, 18:41
571 Postings

Die Wiener schlagen die Gäste aus Graz 1:0 und verscheuchen endgültig das Abstiegsgespenst. Sturm muss um die Europa League bangen

Wien – Der bescheidene Wunsch von Sportvorstand Fredy Bickel, nämlich "einen Haken unter die Meisterschaft" zu setzen, wurde am Sonntagnachmittag erfüllt. Rapid steigt nämlich nicht ab, das ist nach 34 von 36 Runden endlich offiziell. Im mit 23.300 Zuschauern gut gefüllten Allianz-Stadion wurde Sturm Graz 1:0 geschlagen. Es war übrigens ein Jubiläumssieg, der 100. in einer Ligapartie gegen die Steirer. In einer prinzipiell versauten Saison kann man sich mit schnöden Statistiken durchaus trösten.

Trainer Goran Djuricin konnte wieder auf Louis Schaub zurückgreifen, der agierte hinter der Solospitze Giorgi Kvilitaia. Es entwickelte sich eine rassige, temporeiche Partie, die Teams befanden sich auf Augenhöhe. Sturm versuchte es mit langen Passes, das eine oder andere Loch konnte in Rapids Abwehr gerissen werden. Aber die Gastgeber waren doch leicht dominant.

17. Minute: Tamas Szanto trifft nach Zuspiel von Thomas Murg zum 1:0. Der Flachschuss aus 15 Metern schien nicht ganz unhaltbar zu sein, für Goalie Christan Gratzei war er es aber doch. Für den 21-jährigen Ungarn Szanto war es bereits der fünfte Saisontreffer. 22. Minute: Kvilitaia scheidet verletzt aus (Adduktoren), wird durch Joelinton ersetzt. 29. Minute: Baris Atik vergibt den Ausgleich fahrlässig, er verfehlt aus rund acht Metern das leere Tor, so etwas gelingt ihm vermutlich nie wieder.

Konzentration

Nach der Pause verlor Rapid Personal. Szanto (54.) und Schaub (58.), der unmittelbar davor nach einem Solo fast auf 2:0 gestellt hatte, humpelten vom Feld, Mate Jelic und Arnor Traustason rückten nach und ein. Das bedeutete, dass der 36-jährige Steffen Hofmann seinen 526. Einsatz aufschieben musste, Rapids diesbezüglicher Rekordhalter ist Peter Schöttel (527). Die Hütteldorfer blieben druckvoll, hatten Sturm im Griff, Jelic fetzte an die Latte (67.).

Franco Foda reagierte, wechselte Deni Alar und Sascha Horvath ein (68.). Wurscht. Rapid ist nun Sechster, kann sich voll aufs Cupfinale am 1. Juni in Klagenfurt gegen Meister Red Bull Salzburg konzentrieren. Sturm bleibt Dritter. (hac, 21.5.2017)

Bundesliga, 34. Runde, Sonntag

SK Rapid Wien – SK Sturm Graz 1:0 (1:0)
Allianz-Stadion, 23.300 Zuschauer (richtig), SR Heiß

Tor: 1:0 (17.) Szanto

Rapid: Knoflach – Pavelic, Sonnleitner, Wöber, Auer – Szanto (54. Jelic), Schwab – Murg, Schaub (58. Traustason), Thurnwald – Kvilitaia (24. Joelinton)

Sturm: Gratzei – Koch, Maresic, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Piesinger (83. Chabbi) – Hierländer (68. Alar), Atik (68. Horvath), Schmerböck – Zulechner

Gelbe Karten: Sonnleitner, Joelinton bzw. Zulechner

  • Stimmen:

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Wir hätten in Rückstand kommen können und sind in der zweiten Hälfte hinten reingedrückt worden. Die Partie kann auch 3:3 oder 4:4 ausgehen. Die letzten Begegnungen waren glücklich für Sturm, jetzt war das Glück bei uns. Die Mannschaft hat alles gegeben, ich bin stolz auf sie. Dieser mentale Druck in den letzten Monaten – Hut ab, dass sie alles reingehaut hat. Die Mannschaft war platt. Wenn man dauernd von innen und außen belastet ist, ist klar, dass man nicht so viel laufen kann. Die Mannschaft hat sich den Sieg von der Moral her verdient."

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Wir haben ein sehr gutes Spiel mit viel Tempo und hoher Intensität gesehen. Es hätte auch 4:4 ausgehen können. Wir hatten in der ersten Hälfte die besseren Möglichkeiten. Ich bin nur mit den ersten 15 Minuten nach der Pause unzufrieden, da war Rapid besser. Aber danach sind wir gut zurückgekommen, haben extrem viel gedrückt und ein klares Tor erzielt, das leider nicht anerkannt wurde. Ein Unentschieden wäre okay gewesen."

  • Es war was los in Hütteldorf.
    foto: apa/punz

    Es war was los in Hütteldorf.

Share if you care.