Einmal Liebe für alle – und Tod: Wie sehen Sie den "Tatort" aus München?

    Ansichtssache21. Mai 2017, 18:17
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    "Die Liebe, ein seltsames Spiel" – auch für die Kommissare Leitmayr und Batic

    München/Wien – Kein klassischer "Tatort"-Krimi, auch wenn zwei Menschen sterben, und gewagt programmiert so kurz nach dem Münchner Kommissarsblut vor zwei Wochen, aber: Die Kritiken über "Die Liebe, ein seltsames Spiel" reichen von "Glücksfall" bis "dünn" und "irritierend". Und wie finden Sie diesen "Tatort"?

    foto: orf/br/claussen+putz

    Liebe, gleich doll für alle

    "Ein Mann, der die Frauen liebt. Und zwar alle gleich doll. Die blonde Ärztin genauso wie die brünette Boutiquenbesitzerin, nur leider wissen die unterschiedlichen Frauen zum Großteil nichts voneinander. Das macht die Organisation seines Lebens sehr anstrengend. Dann werden nach und nach seine Liebschaften ermordet": So fasst Christian Buß für Spiegel Online den Plot von "Die Liebe, ein seltsames Spiel zusammen.

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    Trotzdem ein Glücksfall

    So kurz nach den Münchner Kommissaren in Blut und Knochenbröseln müssen sich die Zuschauer rasch einmal umstellen. Kritiker Buß schafft das: "Seriendramaturgisch ist diese Wunderheilung natürlich ein Desaster, und man kommt nicht mehr aus dem Staunen darüber raus, wie gedankenlos die ARD ihre 'Tatorte' streckenweise ins Programm klatscht. Trotzdem stellt dieser Fall für das geschundene Münchner Team ein Glücksfall dar: Batic und Leitmayr sind einfach sehr gut, wenn sie auf ausgefallenere soziale und amouröse Arrangements blicken. Verständniseifer ist ihnen fremd, aber mit einer guten Portion Neugier nehmen sie sich der Sache an."

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    Auf der Suche nach dem persönlichen Glück

    Joachim Huber wirkt im Berliner "Tagesspiegel" skeptisch, aber nicht enttäuscht: "Von einem "Tatort" zu sprechen, fällt schon ein wenig schwer. Gut, es liegen zwei tote Frauen herum, aber sie illustrieren mehr das eigentliche Filmthema als dass sie unbedingt die Krimilogik betonen. Über den 90 Minuten liegt eine Grundfrage: Welche Beziehungsform führt zum persönlichen Glück: allein, zu zweit, zu dritt oder polyarmorisch?"

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    Geschlossen wie entschlossen

    "Die Inszenierung von Rainer Kaufmann wird nicht in die 'Tatort'-Geschichte eingehen", schreibt Huber: "Ist bei der Drehbuchvorlage auch nicht ganz einfach: Das Ausgreifen der Handlung auf immer neue Beziehungen verlangt mehr sorgfältiges Klein-Klein denn den großen Wurf. Jede Figur erfordert ihre sinnfällige Motivation, das verbraucht viele Einstellungen und Bilder. Der Film darf sich nicht verlieren, Regisseur Kaufmann hält ihn, was seine Leistung ist, in einer so geschlossenen wie entschlossenen Form zusammen. Nicht verkniffen, mit Leichtigkeit."

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    Verteilungsfragen

    Birgit Baumann (DER STANDARD) wirkt definitiv enttäuscht von der Münchner "Tatort"-Folge: "Noch irritierender als die dünne Story ist das Gebaren der Kommissare. Batic turtelt wie ein Pubertierender, Leitmayr macht sich lustig. Erst Ende April war Batic in einem ungewöhnlichen Tatort dem Tode nahe und focht mit seinem Partner so harte Kämpfe aus, dass das Ende bevorstand. Alles kein Thema mehr, das ist unbefriedigend. Aber immerhin beschert uns der Tatort eine Weisheit zum Thema Liebe: Es gibt für jeden wen, aber mit der Verteilung klappt's nicht immer." (red, 21.5.2017)

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