US-Verteidigungsminister warnt vor Eskalation im Nordkorea-Konflikt

20. Mai 2017, 08:51
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Mattis: "Militärische Lösung" wäre "tragisch in einem unglaublichen Ausmaß"

Pjöngjang – US-Verteidigungsminister James Mattis hat vor einer militärischen Eskalation des Konflikts mit Nordkorea gewarnt. Wenn es im Streit um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm "eine militärische Lösung" gebe, werde dies "tragisch in einem unglaublichen Ausmaß" sein, sagte Mattis am Freitag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Pentagon.

Daher arbeite die US-Regierung mit den Vereinten Nationen, China, Japan und Südkorea zusammen, "um einen Weg aus dieser Lage zu finden". Mattis fügte hinzu, dass Chinas erhöhter Druck auf Nordkorea offenbar "etwas Wirkung" habe.

Die nordkoreanische Armee hatte am Sonntag eine neu entwickelte Mittel-/Langstrecken-Rakete vom Typ Hwasong-12 getestet. Die Rakete wurde in eine ungewöhnlich hohe Flugbahn befördert. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA landete sie nach 787 Kilometern planmäßig im Meer.

Weit reichende Rakete

Ausländischen Experten zufolge war es die Rakete mit der längsten Reichweite, die das abgeschottete kommunistische Land jemals getestet hat. Sie vermuten eine technisch mögliche Reichweite von 4500 Kilometern oder mehr. Mattis sagte zu dem erneuten Raketentest, nordkoreanische Rüstungsexperten hätten durch den Test sicher wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung des Landes an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat den Druck auf Pjöngjang erhöht. Sie betonte dabei, dass auch ein militärisches Vorgehen gegen Nordkorea in Betracht komme.

Nordkorea weist Hackerangriffsverdacht als "lächerlich" zurück

Unterdessen hat Nordkorea die Verantwortung für die weltweite WannaCry-Hackerattacke zurückgewiesen. Es wäre "lächerlich", eine Verbindung zur Volksrepublik zu ziehen, sagte der stellvertretende UN-Botschafter Kim In Ryong am Freitag in New York auf eine entsprechende Frage. Hinter dem Vorwurf stünden die USA und andere feindliche Kräfte.

Die Softwarefirmen Symantec und Kaspersky Lab hatten erklärt, in einer früheren Version der Schadsoftware sei Programmiercode verwendet worden, den auch die Gruppe Lazarus genutzt habe. Viele Firmen gehen davon aus, dass Nordkorea hinter Lazarus steht.

Das Schadprogramm WannaCry hat Hunderttausende Rechner in den meisten Ländern der Erde befallen. Nutzer werden aufgefordert, Geld mit Hilfe der elektronischen Währung Bitcoin zu überweisen. Andernfalls bleibt der PC blockiert. Nordkorea ist international wegen seiner Atom- und Raketentests isoliert. (APA, red, 20.5.2017)

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