Armeekreise: Mindestens 141 Tote bei Angriff auf libyschen Stützpunkt

19. Mai 2017, 23:06
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Soldaten und Zivilisten unter den Opfern – Verteidigungsminister Mahdi Al-Barghathi suspendiert

Benghazi – Bei dem Angriff regierungstreuer Kämpfer in Libyen auf einen Stützpunkt rivalisierender Einheiten sind nach Angaben aus Armeekreisen mindestens 141 Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern handle es sich um Soldaten, die dem abtrünnigen General Khalifa Haftar angehörten, teilte ein Sprecher der Haftar-treuen Truppen am Freitagabend mit. Als Reaktion hat international anerkannte Regierung Verteidigungsminister Mahdi Al-Barghathi suspendiert.

Weitere Opfer seien Zivilisten, die auf dem Stützpunkt arbeiteten oder sich in der Nähe aufhielten, überdies habe es standrechtliche Hinrichtungen gegeben."Die Soldaten kamen von einer Militärparade zurück, sie waren unbewaffnet", sagte der Sprecher Ahmed al-Mesmari. Die meisten von ihnen seien hingerichtet worden.

Die libysche Einheitsregierung teilte am Freitagabend mit, es sei eine Untersuchungskommission zu dem Angriff eingerichtet worden. Es seien bereits personelle Konsequenzen gezogen worden. So sei unter anderen Verteidigungsminister Al-Mahdi al-Barghati von seinen Aufgaben entbunden worden, bis die Verantwortlichen identifiziert seien.

Eine Miliz auf Seiten der von der UN unterstützten libyschen Einheitsregierung hatte Militärkreisen zufolge am Donnerstag die Luftwaffenbasis Brak al-Shati attackiert. Diese wird von Haftar-treuen Einheiten kontrolliert. Haftar unterstützt mit seinen Kämpfern die Gegenregierung in Benghazi (Bengasi) Zuletzt aber hatte es eine vorsichtige Annäherung des Generals mit dem Chef der Einheitsregierung, Fayez al-Sarraj, gegeben.

Der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, hatte sich entsetzt über den Angriff gezeigt. Auch er hatte Berichte über mögliche Massenhinrichtungen erwähnt. Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung der Einheitsregierung werden weite Teile des Landes weiter von bewaffneten Milizen kontrolliert. (APA, 19.5.2017)

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