Erwin Pröll lässt seinen Stiftungsvorstand altern

20. Mai 2017, 09:00
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Eigentlich müssen Vorstandsmitglieder der Dr. Erwin Pröll Privatstiftung mit 67 Jahren gehen. Pröll nützt die Ausnahmeregel und verlängert Vorstand Coreth, 74

Wien – Erwin Pröll, Stifter der Dr.Erwin Pröll Privatstiftung und vormaliger Landeshauptmann von Niederösterreich, hat am 14. März einen Beschluss gefasst. Da hat er Johannes Coreth, 74 Jahre alt, "ausdrücklich abermals" zum Vorstandsmitglied der Stiftung bestellt. Dies geht aus dem "Beschluss des Stifters" im Firmenbuch hervor. Erwähnenswert ist es, weil in Punkt 7.6. d) der Stiftungsurkunde festgeschrieben ist, dass Vorstandsmitglieder am Ende jenes Geschäftsjahres "jedenfalls" ausscheiden, in dem sie 67 Jahre alt geworden sind.

Allerdings kann der Stifter gemäß Punkt 7.2. "im Einzelfall ausdrücklich anderes bestimmen" – und das hat Pröll eben getan. Pröll sitzt auch selbst im Vorstand der von ihm gestifteten Privatstiftung, er steht im 71. Lebensjahr.

Bericht des Landesrechnungshofs Ende Juni

Was genau in der umstrittenen Privatstiftung, in die Pröll 2007 zunächst ihm dargebrachte Geldgeschenke von 150.000 Euro eingebracht hat, bzw. mit deren Vermögen passiert (ist), das ist unbekannt. Der Niederösterreichische Landesrechnungshof prüft die Stiftung bereits seit Jänner, Ende Juni will Landesrechnungshof-Chefin Edith Goldeband den Endbericht vorlegen, wie sie auf Anfrage sagt.

Der Rechnungshof in Wien hat sich vorbehalten, je nach Ergebnis dieser Prüfung in Sankt Pölten, eine weitere, eigene Prüfung durchzuführen. (Renate Graber, 20.5.2017)

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