Rad-Highway von Salzburg nach Bayern

20. Mai 2017, 15:00
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Bürgermeister Heinz Schaden verweigert Verkehrsgipfel mit Land Salzburg

Salzburg – Die Zahlen sind alarmierend: Außerhalb der Stadt Salzburg sei in den Bezirken die Zahl der Autos im Vorjahr stärker gestiegen als die Einwohnerzahl. Nach Angaben des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) ist vor allem im Flachgau der Motorisierungsgrad enorm hoch.

Eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass es im Flachgau im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Pkws gibt: In Salzburg-Umgebung kommen auf 1000 Einwohner bereits 606 Pkws, im Jahr 2015 waren es 599 und im Jahr 2010 "nur" 571 Pkws pro 1000 Einwohner.

Der hohe Autoanteil ist auch Resultat des enormen Pendlerdruckes auf die Stadt: 60.000 Menschen pendeln an Werktagen in die Stadt, dazu kommen noch etwa 30.000 Binnenpendler.

Pendlermaut

Um den Parkdruck zu vermindern und um rund 10.000 Fahrten pro Tag einzusparen, plant die Stadt die Parkgebührenpflicht auf das ganze Stadtgebiet auszudehnen. Die Pendler müssten dann ein Jahresticket lösen – erste Pläne sprechen von 700 Euro pro Jahr. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss ist vom Gemeinderat bereits mit den Stimmen von SPÖ und der grünen Bürgerliste gefällt worden.

Die ÖVP mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer an der Spitze hat mit dieser "Pendlermaut" wenig Freude. Deshalb hat man für Freitagnachmittag auch zu einem Verkehrsgipfel geladen. Einer der Hauptakteure ist freilich erst gar nicht erschienen: Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hat schon im Vorfeld angekündigt, dem Treffen fernzubleiben, weil man ihm ohnehin nur die neuen Parkzonen ausreden wolle und sonst keine Maßnahmen debattiert würden. Strittig bleibt, ob die Pendlermaut eine Gesetzesänderung auf Landesebene braucht. Falls ja, wird sich im Landtag wohl keine Mehrheit dafür finden.

Fahrradanteil erhöhen

Gute Nachrichten kommen indes für die verkehrsgeplagten Stadt-Salzburger, die auf das Fahrrad umsteigen wollen. SPÖ und Bürgerliste wollen in Hinkunft das Jahresbudget für den Radwegebau auf zwei Millionen Euro pro Jahr verdoppeln. Damit soll der Anteil der Radler am Gesamtverkehr von derzeit 20 auf 24 Prozent gesteigert werden.

Erste konkrete Maßnahme wird ein Radl-Schnellweg von Salzburg nach Freilassing sein. Auf diesem eisenbahnbegleitenden Rad-Highway könne die Strecke Salzburg-Mülln zum Bahnhof im bayerischen Freilassing "ohne große Eile" in 18 Minuten zurückgelegt werden, sagen die Gemeinderatsklubobmänner von SPÖ und Bürgerliste, Bernhard Auinger und Helmut Hüttinger. Das wäre dann laut Potenzialanalyse der Verkehrsplaner um zwei Minuten schneller als mit dem Auto. (Thomas Neuhold, 20.5.2017)

  • Salzburg baut einen kreuzungsfreien Rad-Expressweg nach Freilassing.
    foto: apa/gindl

    Salzburg baut einen kreuzungsfreien Rad-Expressweg nach Freilassing.

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