ORF "realistisch pessimistisch" für Rechte an Champions League

    18. Mai 2017, 15:24
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    Sportchef Trost glaubt nicht, dass ORF die Rechte erhält: Pay-TV-Sender pokern mit hohen Summen

    Wien – Offiziell hat die Uefa noch keine Entscheidung verkündet, welcher Sender ab 2018/19 die Spiele der Fußball-Champions-League übertragen darf. Doch ORF-Sportchef Hans-Peter Trost glaubt, dass der ORF mit seinem Angebot abgeblitzt ist. "Die Königsklasse werden wir wahrscheinlich nicht mehr haben", sagte er in einem "Österreich"-Interview am Mittwoch und ergänzt auf STANDARD-Anfrage, er "sehe das realistisch pessimistisch".

    In Deutschland gehen Branchenkenner bereits davon aus, dass die Champions League künftig nur mehr im Pay-TV zu sehen sein wird. Sky und der Streamingdienst DAZN sollen höhere Angebote für die kompletten Pakete gelegt haben. "Die bieten nicht das Doppelte, sondern das Zigfache von uns. Da können wir nicht mithalten, da ist es für uns als Gebührensender aus. Aber das betrifft ja nicht nur den Fußball mit der Champions League, auch andere Sportarten. Da wird kein Stein auf dem anderen bleiben", sagte Trost zu "Österreich".

    Uefa-Generalsekretär Theodore Theodoridis hatte vergangene Woche erklärt, dass die Vergabe "eigentlich schon längst passiert" sein sollte: "Die Verhandlungen sind kompliziert." Bei der Frage, ob die Rechte für die Zeit von 2018 bis 2021 auch in Deutschland komplett ins Bezahlfernsehen wandern könnten, verwies Theodoridis auf die Situation in anderen Märkten. Der Kontinentalverband sei sich aber der Verantwortung für den deutschen Markt bewusst und prüfe alle Optionen. In Großbritannien hatte die Uefa zuletzt über den Vermarkter Team einen Rekord-Vertrag abgeschlossen. 1,38 Milliarden Euro zahlt der Pay-TV-Sender BT Sports für drei Saisonen. (APA, red, 18.5.2017)

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