"Prêt-à-Portee": Haute Couture zum Naschen

    27. Mai 2017, 08:39
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    Der Londoner Patissier Mourad Khiat hat ein Buch mit "Haute Couture zum Naschen" herausgegeben

    Auf den ersten Blick kommen Mode und Zuckerzeug nur schwer zusammen. Nichts ist den 1.001 Diätvorschlägen der Mode- und Frauenmagazine mehr ein Dorn im Auge als süße Dickmacher. Seit Instagram aber ist alles anders. Seit das Auge mit isst, türmen selbst Modemenschen bunte Häppchen zu zuckersüßen Stillleben auf. Die Zielgruppe ist also klar umrissen, wenn ein Londoner Patissier ein Buch herausgibt, das auf 111 Seiten "Haute Couture zum Naschen" anbietet.

    Dabei ist die Idee von Mourad Khiat gar nicht so neu. Der Zucker-Chef im Londoner Fünf-Sterne-Hotel "The Berkeley" serviert bereits seit zehn Jahren modeinspiriertes Naschzeug zum Nachmittagstee. Die besten Rezepte hat Khiat jetzt in seinem Buch "Prêt-à-Portee" versammelt. Nun kann jeder ambitionierte Zuckerbäcker den Blahnik-Keks oder die Biskuit-Stepptasche von Moschino nachbacken. Wer Mode mag, gern mit Silikonformen und Spritztüten hantiert, dürfte an den 21 Rezepten, inspiriert von Modedesigns aus dem High Fashion-Bereich (auf den hinteren Seiten erweitert um ein Abc für "aufstrebende Marie Antoinettes, die zu Kuchen statt Brot aufrufen", von der Antihaft-Silikonmatte bis zum Zuckerthermometer und jede Menge Back-Schablonen) seine Freude haben.

    foto: john carey/prestel verlag
    "Bootie-Keks" à la Charlotte Olympia

    Der Generation Instagram, die süße Ferkeleien wie Cupcakes und Muffins liebt, wird die "Couture zum Naschen", die zur "High-Fashion-Teatime" lädt, eher als trutschig-britische Angelegenheit, als Buch für Mamas und Omas, erscheinen. Indiz dafür: In den sozialen Netzwerken wie Instagram haben die filigranen Backwaren von Mourad Khiat noch nicht wirklich Kreise gezogen.

    foto: john carey/prestel verlag

    Das verwundert auch nicht: In der Mode ist die erhabene "Couture" eigentlich nur was für den dicken Geldbeutel. Das Buch hingegen ist nur für diejenigen was, die den Nerv für Millimeterarbeit mit der Spritztüte haben. (feld, 27.5.2017)


    Nachfolgend ein Rezept aus dem Buch:

    Der Teatime-Trench-Keks

    foto: john carey/prestel verlag

    Zutaten:

    - Klassischer Keksteig (70 g ungesalzene, weiche Butter/ 70 g Streuzucker/ 1 großes Ei/ 160 g gesiebtes Mehl, plus Extramenge zum Bestäuben), aromatisiert mit 35 g Mohnsamen

    - Konturen- und Ausfüllglasuren in Trench-Farben Ihrer Wahl

    - schwarze oder dunkelbraune Glasur für die Detailarbeiten


    Zubereitung:

    Den Teig zubereiten, das Trench-Regiment (Schablonen im Buch, ansonsten selbst entwerfen) zuschneiden und die Kekse backen. Sobald sie aus dem Ofen genommen und erkaltet sind, sind sie glasierbereit.

    Zunächst nach Bildvorlage die Trench-Konturen aufspritzen, dann mit der Hauptfarbglasur ausfüllen.

    Nach dem Trocken die Kragen- und Reverskonturen möglichst einheitlich auftragen. Zum Schluss die kontrastierenden Details wie etwa Gürtel, Manschetten und Knöpfe anbringen. Antrocknen lassen und schon sind sie servierbereit!

    • Prêt-à-Portee: Haute Couture zum Naschen: Mit über 20 Rezepten zum Backen,
The Berkeley, Prestel Verlag, 112 Seiten, 16,95 Euro
      foto: john carey/prestel verlag

      Prêt-à-Portee: Haute Couture zum Naschen: Mit über 20 Rezepten zum Backen,

      The Berkeley, Prestel Verlag, 112 Seiten, 16,95 Euro

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