Vorarlberger Illwerke und VKW wollen 2019 fusionieren

18. Mai 2017, 15:01
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Der niedrige Energiepreis mache schlankere Strukturen notwendig

Bregenz – Die zwei Vorarlberger Energieunternehmen Illwerke AG (VIW) und VKW AG (VKW) streben eine Fusion an, die Mitte 2019 erfolgen soll. Das gab Christof Germann, Vorstandsmitglied beider Gesellschaften, am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Germann begründete die Absicht mit der Notwendigkeit schlankerer Strukturen. Das Ergebnis vor Steuern ging 2016 um 22 auf 50 Millionen Euro (2015: 72 Millionen) zurück.

Illwerke und VKW stehen zwar seit 2001 unter gemeinsamer personeller und organisatorischer Führung, rein rechtlich handelt es sich aber noch um selbstständige Aktiengesellschaften. Das Vorhaben, eine neue Struktur zu bilden sei notwendig, um den Illwerke/VKW-Konzern fit für die Zukunft zu machen und um Kosten zu senken, betonte Germann nach Aufsichtsratssitzungen der beiden Unternehmen.

Internes Effizienzprogramm

So habe der Illwerke/VKW-Konzern im Geschäftsjahr 2016 zwar durch ein internes Effizienzprogramm 16 Millionen Euro eingespart, die anhaltend niedrigen Marktpreise für Energie hätten aber Spuren in der Bilanz hinterlassen, so der Vorstand. Der Umsatz sank von 582 auf 543 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern von 72 auf 50 Millionen Euro und der Jahresüberschuss von 53 auf 43 Millionen Euro. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich das Preisniveau in den nächsten Jahren nicht ändert. Unser Kostenmanagement wird damit auch zukünftig von zentraler Bedeutung sein", unterstrich Germann.

Voraussetzung für die Fusion ist, dass die Kleinaktionäre der VKW ihre Anteile abgeben. Zwar zog sich die VKW 2013 von der Börse zurück, derzeit sind laut Angaben von Germann gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten" aber noch rund etwa 160.000 Aktien (1,8 Prozent des Bestands) in Streubesitz, vorwiegend in Händen von Gemeinden und Privaten. Diesen Kleinaktionären werde man ein faires finanzielles Angebot machen, sagte Germann am Donnerstag. Geboten werden sollen 96,60 Euro pro Aktie, über diesen Vorschlag wird die Hauptversammlung der VKW am 29. Juni abstimmen. Der Aufwand für das Unternehmen würde sich folglich auf rund 15,4 Millionen Euro belaufen.

Neue Möglichkeiten für Kleinaktionäre

Darüber hinaus bestehe für die jetzigen Kleinaktionäre die Möglichkeit, sich indirekt über Genossenschaften an der Vorarlberger Energienetze GmbH – dem größten VKW-Tochterunternehmen – zu beteiligen, so Germann. "Verbunden mit dem Angebot ist eine über zehn Jahre garantierte Dividende in Höhe von 3,5 Prozent und damit eine attraktive und sichere Verzinsung des eingesetzten Kapitals", unterstrich der Vorstand, die Beziehung zu den Kleinaktionären pflegen zu wollen.

Die Kraftwerke der Illwerke erzeugten zusammen mit dem Walgauwerk im Vorjahr 2.601 Gigawattstunden (GWh) Strom (2015: 2.423 GWh). Die Stromlieferungen der VKW und der VKW-Ökostrom GmbH an die Kunden in den Märkten Vorarlberg und Westallgäu nahmen um 0,1 Prozent auf 2.722,7 Kilowattstunden (kWh) zu (2015: 2.720,6 Millionen kWh). An Kunden in anderen Regionen wurde mit 426,1 Millionen kWh um 65,7 Millionen kWh weniger Strom geliefert als im Vorjahr. Im Stromhandel setzte der Energieversorger im Berichtsjahr mit 1.375,2 Millionen kWh um 4,2 Prozent mehr ab als 2015 (1.320,1 Millionen kWh). "Der gesamte Stromumsatz der VKW als Stromlieferant belief sich auf 4.615,8 Millionen kWh, dies entspricht einer Zunahme von rund 0,2 Prozent", sagte Helmut Mennel als zweites Vorstandsmitglied neben Germann. Im Erdgasbereich erhöhte sich der Absatz um 7,6 Prozent auf 1.724 Millionen kWh.

Wie Mennel ebenfalls berichtete, fasste der Aufsichtsrat den Baubeschluss für das Kleinwasserkraftwerk Alvierbach. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 8,2 Millionen Euro, das Kraftwerk wird jährlich 8,5 Millionen kWh Strom erzeugen – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.000 Haushalten. (APA, 18.5.2017)

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