Steirische Bahntechnikfirma TecSol insolvent: 14 Stellen wackeln

18. Mai 2017, 14:05
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Eine Fortführung der mit rund drei Millionen Euro verschuldeten Firma ist geplant

Anger (APA) – Die steirische Bahntechnikfirma TecSol GmbH hat am Donnerstag am Handelsgericht Graz Insolvenz angemeldet, wie die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV mitteilten. Die Überschuldung beläuft sich auf rund 3 Millionen Euro. Betroffen sind 14 Dienstnehmer und 97 Gläubiger. Angestrebt werde eine Fortführung. Insolvenzursache sollen Pönalzahlungen und ein nicht realisierter Auftrag aus dem Iran sein.

Die Firma wurde im Jahr 2008 gegründet, Sitz des Unternehmens ist im oststeirischen Anger bei Weiz. Hier befindet sich die Unternehmenszentrale, die Schienenfahrzeugwerkstätte ist im obersteirischen Krieglach im Mürztal beheimatet. TecSol befasst sich mit Automatisierungstechnik, Elektroanlagenbau sowie Schienenfahrzeugtechnik, wobei man sich zuletzt auf diesen Bereich konzentrierte. Ursache der Zahlungsunfähigkeit sollen nach Firmenangaben "unverschuldete Auftragsverzögerungen, welche zu erheblichen Pönalzahlungen geführt hätten", sein. Weiters habe man für einen Großauftrag mit einem iranischen Unternehmen in Vorleistung treten müssen, jedoch letztlich sei man nicht mit dem Auftrag beteilt worden.

3,9 Millionen Euro Passiva

Die Aktiva werden mit 0,9 Millionen Euro beziffert, wobei der überwiegende Teil auf Liegenschaften sowie Forderungen an Kunden entfällt. Erstere sind jedoch belastet, sodass sich die freien Vermögenswerte wohl auf rund 0,35 Millionen Euro reduzieren. Die Passiva belaufen sich rund 3,9 Millionen Euro. Hievon entfallen rund 1,74 Millionen Euro auf Lieferantenforderungen, rund 1,5 Millionen auf Bankenforderungen, der Rest auf Dienstnehmerforderungen, Abgaben- und Steuerrückstände. Zum Insolvenzverwalter wurde der Grazer Advokat Heimo Hofstätter bestellt.

Angestrebt wird die Fortführung der Firma mittels Restrukturierungsmaßnahmen sowie Abschluss eines Sanierungsplans mit den Gläubigern. Dieser sieht eine Gesamtquote von 20 Prozent vor, davon 5 Prozent bar und die restlichen 15 Prozent binnen 24 Monaten. Die Mittel sollen aus dem Unternehmensfortbetrieb, aus künftigen Projekterlösen sowie mit Unterstützung der Hausbanken aufgebracht werden.

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