Hohenemser Literaturpreis 2017 an Selim Özdogan

    17. Mai 2017, 13:10
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    Mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 24. Juni verliehen

    Bregenz – Der mit 7.000 Euro dotierte "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache" geht in diesem Jahr an Selim Özdogan. Der 1971 in Köln geborene Autor überzeugte die Jury mit seiner Erzählung "Geschichte ohne Papier". Er wird die Auszeichnung am 24. Juni im Rahmen eines Festakts erhalten, teilte die Stadt Hohenems am Mittwoch in einer Aussendung mit.

    Der Preis wird seit 2009 jeweils im Abstand von zwei Jahren vergeben. Er richtet sich an Autoren, die auf Deutsch schreiben, ohne dass dies ihre Muttersprache ist. Die Idee dazu stammt von dem Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier. Die maximal zehnseitigen, deutschsprachigen Prosatexte sollten bei freier Themenwahl Migrationserfahrungen, Fragen der Identität und das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen verarbeiten.

    Gespür für Wortwitz

    Özdogan setzte sich mit seiner Erzählung unter insgesamt 162 Einsendungen durch. Er hat sich Mitte der 1990er-Jahre mit seinem Debütroman "Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist" einen Namen in der Literaturszene gemacht. Seine sorgfältig gezeichneten Figuren und sein Gespür für Wortwitz zeichnen auch seine folgenden Werke aus. Sein jüngster Roman "Wieso Heimat, ich wohne zur Miete" ist 2016 erschienen. Im selben Jahr wurde Özdogan zum Bachmann-Preis eingeladen.

    Bisherige Träger des Hohenemser Literaturpreises sind Michael Stavaric und Agnieszka Piwowarska (2009), Eleonora Hummel (2011), Sasa Stanisic (2013) und Que Du Luu (2015). Die Dotierung des Preises wurde bei der diesjährigen Ausgabe verringert. Die Vorgänger von Özdogan hatten noch 10.000 Euro bekommen. (APA, 17.5.2017)

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