Zweite Pleite eines Salzburger Skigebiets in diesem Jahr

17. Mai 2017, 11:15
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Insolvenzverfahren über die Betreibergesellschaft der Postalm-Lifte eröffnet

Strobl – In Salzburg ist in diesem Jahr bereits das zweite kleine Skigebiet in die Pleite geschlittert: Am Landesgericht Salzburg ist am Mittwoch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Betreibergesellschaft der Postalm-Lifte im Salzkammergut eröffnet worden. Schulden in der Höhe von rund 1,9 Millionen Euro der Winterpark Postalm GmbH & Co KG stehen Aktiva von knapp 1,1 Mio. Euro gegenüber.

Die Postalm ist Österreichs größtes Almgebiet und liegt zwischen Strobl am Wolfgangsee und Abtenau. Neben der klassischen Almbewirtschaftung im Sommer wird es seit 1970 auch als Skigebiet genutzt und ist vor allem bei Familien mit Kindern beliebt. Die Skiregion Postalm besteht aus einem Vierersessellift, vier Schleppliften, einem Tellerlift und einem Transportband. Eine künstliche Beschneiung gibt es nicht, Schneesicherheit ist also nicht gegeben.

40 Gläubiger

Von der Insolvenz betroffen sind laut KSV1870 rund 40 Gläubiger und – saisonbedingt – nur ein Bediensteter. Laut Lifte-Eigentümer Karl-Heinz Prentner seien nahezu die gesamten Passiva Altschulden, die er übernommen habe. Prentner hatte die Postalm-Lifte im September 2016 vom Trachtenhersteller Gerhard Gössl erworben. Dessen Privatstiftung hatte ihrerseits die verschuldete Liftgesellschaft erst im Sommer 2015 übernommen. Gössl hegte ehrgeizige Pläne für die Region und wollte auf der Hochebene 1.500 zusätzliche Betten schaffen, war dann aber auf erheblichen Widerstand gestoßen.

Als weitere Insolvenzursache führte der KSV am Mittwoch die unklare Situation über eine Vertragsverlängerung mit der fast 50 Bauern umfassenden Agrargemeinschaft an. Der Sanierungsplan sieht jedenfalls eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vor.

Erst im Jänner war auch über die Betreibergesellschaft des Skigebiets Krispl-Gaißau in der Salzburger Osterhorngruppe ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. In diesem Verfahren hatten 91 Gläubiger Forderungen gestellt, die mit einer Höhe von 2,66 Mio. Euro nahezu zur Gänze anerkannt wurden. Vor ungefähr einem Monat stimmten die Gläubiger einem Sanierungsplan mit einer 30-Prozent-Quote zu. Der Betreiber des Skigebiets kündigte auch Investitionen in eine künstliche Beschneiung und in die Lifte an. (APA, 17.5.2017)

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