Missbrauchsvorwürfe: Australiens Kardinal muss Anklage fürchten

17. Mai 2017, 07:14
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Kurienkardinal George Pell ist derzeit einer der höchsten Würdenträger im Vatikan – Stellungnahme der Staatsanwaltschaft wird geprüft

Sydney – Der australische Kurienkardinal George Pell – einer der höchsten Würdenträger im Vatikan – muss wegen Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat mit einer Anklage rechnen. Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria bestätigte am Mittwoch, dass eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft dazu geprüft werde.

Der 75-Jährige war früher Erzbischof von Melbourne und Sydney. Heute ist Pell im Vatikan für den Haushalt zuständig und damit die inoffizielle Nummer drei der katholischen Hierarchie. Ihm wird zur Last gelegt, als junger Priester in den 1970er- und 1980er-Jahren mehrere Buben sexuell belästigt zu haben.

Der Kardinal wies die Vorwürfe schon mehrfach als "völlig unwahr und komplett falsch" zurück. Im vergangenen Jahr hatte er sich dazu im Vatikan auch vernehmen lassen.

Die Vorwürfe sind besonders heikel, weil Pell eingeräumt hatte, dass Australiens katholische Kirche über Jahre hinweg den Missbrauch von Kindern heruntergespielt habe. Mittlerweile hat die Kirche an mehrere tausend Opfer als Ausgleich umgerechnet mehr als 276 Millionen Euro gezahlt. (APA, 17.5.2017)

  • Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria bestätigte am Mittwoch, dass eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu Missbrauchsvorwürfen gegen Kurienkardinal George Pell geprüft werde.
    foto: ap / rick rycroft

    Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria bestätigte am Mittwoch, dass eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu Missbrauchsvorwürfen gegen Kurienkardinal George Pell geprüft werde.

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