Vornehmer Sauvignon Blanc: Musters Gräfin 2013

    Kolumne19. Mai 2017, 14:16
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    Drei Wochen liegt Sepp Musters Sauvignon blanc auf der Maische und schmeckt völlig unaufgeregt

    Sauvignon blanc ist eine verhaltensauffällige Rebsorte: Die Aromen sind mitunter aufdringlich. Es soll Menschen geben, die sich beim Sauvignon sensorisch an ein nicht gereinigtes Katzenklo erinnert fühlen. Dennoch scheint die Sorte Anhänger zu haben, wird sie doch auf der ganzen Welt angebaut. Bei uns haben sich vor allem die Steirer ihrer angenommen. Mit Erfolg, aber oft fragwürdigen Ergebnissen: von zischfrisch bis Eiche rustikal. Viele setzten auch Aromahefen zu, als müsse man die penetranten Noten noch unterstreichen. Lange bevor man sich zu der unsäglichen Bezeichnung Orange Wines verstieg, hat Sepp Muster begonnen, Weißweine auf der Maische zu vergären, und gezeigt, dass Sauvignon blanc auch dezent und hintergründig geht.

    Vornehm

    Die "Gräfin" ist so vornehm zurückhaltend wie der Winzer selbst. Die Reben wachsen auf kargen Kalkmergelböden, die seit über einem Jahrzehnt keine systemischen Pestizide oder Kunstdünger mehr gesehen haben. Die "Gräfin 2013" war drei Wochen auf der Maische – gerade lange genug, um die lauten Sauvignon-Aromen zu bändigen und den Wein mit feinen Tanninen auszustatten. Herrlich unaufgeregt. (Christina Fieber, RONDO, 19.5.2017)

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