Pankreaskarzinom: Wenig verbesserte Prognose

16. Mai 2017, 13:23
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Das Fehlen sinnvoller Vorsorge-Untersuchungen und eindeutiger Frühwarn-Symptome erschweren eine erfolgreiche Therapie

Wien – Bei vier Prozent aller bösartigen Krebserkrankungen in Österreich handelt es sich um Pankreaskarzinome. Die Prognosen sind nach wie vor vergleichsweise schlecht – rund 1.600 Neuerkrankungen standen 2014 ähnlich vielen Todesfällen gegenüber. Die seltene Krankheit sollte unbedingt in einem spezialisierten Zentrum behandelt werden, raten Experten.

Diagnose meist sehr spät

Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten hat sich die Prognose in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Vieles über die Entstehung bleibt unklar, genetische Disposition und Lebensstil dürften für die Entstehung aber mitverantwortlich sein. "Nur eine von fünf Diagnosen erfolgt in heilbarem Stadium", sagt Michael Gnant. Er ist Onkologe am Wiener AKH. Bei weniger als einem Fünftel der Patienten kann eine chirurgische Resektion erfolgen, selbst dann liegt die Überlebensrate aber derzeit nach fünf Jahren bei weniger als zehn Prozent. Hauptgrund für die schlechten Prognosen ist das Fehlen sinnvoller Vorsorge-Untersuchungen und eindeutiger Frühwarn-Symptome. Aber auch das diffuse Wachstum und die frühe Ausbreitung erschweren eine rechtzeitige, erfolgreiche Therapie.

Neuer Ratgeber

Diese setzt multimodal und interdisziplinär vor allem auf Chirurgie, Chemo- oder Strahlentherapie, aber auch experimentelle Ansätze scheinen vielversprechend. Wichtig sei, dass man sich in die Hände erfahrener Experten begebe. Onkologe Gnant: "Bauchspeicheldrübsenkrebs-Operationen gehören in große Versorgungszentren." Mindestens ein Krankenhaus pro Bundesland verfügt über größtmögliche Expertise.

Die akademische Studiengruppe ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) hat 2010 die "Task Force Pankreas" ins Leben gerufen und führt seit 2013 klinische Studien zum Pankreaskarzinom durch. Der neue Ratgeber "Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs" fasst auf rund 46 Seiten aktuelle Erkenntnisse und Daten rund um die Diagnose für Patienten und Angehörige zusammen. Eine Selbsthilfegruppe gibt es erst seit dem Vorjahr. (APA, 16.5.2017)

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