Doppelter Sub-auspiciis-Jahrgang an der TU Wien

16. Mai 2017, 12:54
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Sechs Kandidaten erhielten den Ehrenring des Präsidenten, aber nicht vom Präsidenten

Wien – Gleich ein doppelter Jahrgang an Sub-auspiciis-Promoventen hat am Dienstag an der Technischen Universität (TU) Wien den Ehrenring der Republik erhalten. Da die Ehrung im Vorjahr mangels Präsident entfallen war, gab es heuer sechs ausgezeichnete Absolventen – aber wieder keinen Präsidenten. Diesmal sagte Amtsinhaber Alexander Van der Bellen aufgrund der innenpolitischen Lage ab.

Da diese vor allem durch den Rücktritt von Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ausgelöst worden war, fiel auch dieser für die Ehrung aus. Vorgenommen wurde sie deshalb von seinem Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP).

Mit einer Sub-auspiciis-Promotion ausgezeichnet werden hervorragende Studienleistungen: Voraussetzung sind ein Vorzug in allen Oberstufenklassen, eine Reifeprüfung mit Auszeichnung, ein Studienabschluss, in dem alle Teile der Diplom- bzw. Bachelor- und Masterprüfungen sowie das Rigorosum mit "Sehr gut" benotet werden sowie Bestbeurteilungen der Diplom- bzw. Masterarbeit und Dissertation. Dazu darf eine "im Durchschnitt normale Studiendauer" nicht überschritten werden.

Ausbildung an ETH Zürich

An der TU Wien schaffte das der Wiener Geowissenschafter Benedikt Soja, der seine Ausbildung unter anderem an der ETH Zürich und der TU Berlin absolvierte. Anschließend arbeitete er als Forscher am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, bevor er im November 2016 als Postdoc-Stipendiat zum Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (USA) wechselte.

Eine ähnliche Karriere legte der Tamsweger Physiker Roland Bliem hin. Während seines Studiums absolvierte er Austauschsemester an der Universität von Granada (Spanien) sowie diverse Forschungsaufenthalte in Erlangen, Stuttgart (beide Deutschland), Lund (Schweden) und Berkeley (USA). Nach Studienabschluss war er als Postdoc am Institut für Angewandte Physik der TU Wien tätig, seit November 2016 arbeitet er am MIT in Cambridge (USA).

Der Technische Physiker Max Riegler hat seine Wurzeln im Burgenland und der Steiermark, seit der Schulzeit lebt er in Wien. Auch er verbrachte ein Auslandssemester an der ETH Zürich und absolvierte ein universitätsübergreifendes Doktoratskolleg an der TU Wien, der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit Forschungsaufenthalten in Korea und Japan. Derzeit arbeitet er als Postdoc an der Freien Universität Brüssel.

Forschungsaufenthalte in Südkorea und Japan

Auf eine untypische Karriere kann die gebürtige Linzerin Martina Lindorfer zurückblicken. Sie wechselte nach ihrem Informatik-Bachelor an einer Fachhochschule erst für das Masterstudium Software Engineering an die TU, wo sie auch das Doktorat abschloss. Forschungsaufenthalte verbrachte sie in Südkorea, Japan, Griechenland und den USA, derzeit ist sie an der University of California in Santa Barbara als Postdoc in der Computer Security Group tätig.

Zwischen Natur- und Wirtschaftswissenschaften pendelt Martin Puhl: Er studierte nicht nur Technische Physik an der TU, sondern auch Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Während eines Austauschsemesters in New York an der Zicklin School of Business vertiefte er sich in Finanzthemen, sein Doktorat in Financial Economics betrieb er an der TU Wien und als Gastforscher an der Uni Oxford. Derzeit arbeitet er seit Februar 2011 für die Bankenaufsicht der Oesterreichischen Nationalbank und beschäftigt sich mit Modellen zur Risikobewertung für Banken und Versicherungen.

Ebenfalls noch in seiner Heimatstadt tätig ist der Wiener Michael Hofbauer. Nach einem Bachelorstudium Elektrotechnik und dem Masterstudium Mikroelektronik an der TU sammelte er Berufserfahrung bei Aufenthalten in Grenoble, Frankreich oder in Harwell Oxford. Seiner Heimatuni blieb er im Endeffekt treu: Nach Tätigkeiten als Tutor und studentischer Mitarbeiter am Institute of Electrodynamics, Microwave and Circuit Engineering der TU Wien war er dort dann zunächst Projektassistent und ist nun Universitätsassistent. (APA, 16.5.2017)

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