Gedenken 20 Jahre nach Brandanschlag in Wels

15. Mai 2017, 22:17
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Im Mai 1997 wurde ein Mazedonier getötet, das Mauthausen-Komitee fordert vom Innenminister einen versprochenen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus

Wels/Graz – Vor 20 Jahren starb Sukri Arifi, ein Arbeiter aus Mazedonien, bei einem Brandanschlag in der Porzellangasse 38 in Wels. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder, weil ein junger Mann seinen Ausländerhass auf ein Haus, in dem auch Migranten wohnten, kanalisierte. Zehn weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Während die Polizei zuerst einen rechtsextremen Hintergrund ausschloss, wurde der Täter wegen NS-Wiederbetätigung zu zwei Jahren Haft verurteilt, nach deren Verbüßung er Suizid beging. Zehn Jahre später, 2007, wurde ein Mahnmal vor dem Haus in der Porzellangasse errichtet, das ein Schüler für einen Wettbewerb entworfen hatte.

Spenden für Familie

Vor diesem Mahnmal, das schon mehrmals Ziel weiterer Anschläge wurde, wird genau 20 Jahre nach der tödlichen Attacke, am Mittwoch, eine Gedenkfeier des Mauthausen-Komitees Österreich, der Welser Initiative gegen Faschismus und des BG/BRG Brucknerstraße, das die Patenschaft für das Mahnmal übernahm, stattfinden. Die Familie des Ermordeten bekam dank Spendensammlungen Hilfe und lebt seit Jahren in Österreich. Sonst hat sich die Situation aber alles andere als positiv entwickelt, wie Robert Eiter vom Mauthausen-Komitee Österreich (MKÖ) warnt: "Der Brandanschlag war ein Auftakt für viele weitere rechtsextreme Straftaten, allein von 2005 bis 2016 haben sie sich von 209 auf 1313 mehr als versechsfacht." Man wolle nun Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) daran erinnern, dass er einen nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus angekündigt hat. (Colette M. Schmidt, 15. 5. 2017)

  • Ein großes Streichholz erinnert an den folgenschweren Anschlag in der Porzellangasse. Am Mittwoch erinnert man sich hier an die Opfer.
    antifa wels

    Ein großes Streichholz erinnert an den folgenschweren Anschlag in der Porzellangasse. Am Mittwoch erinnert man sich hier an die Opfer.

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