HSV gegen Wolfsburg

15. Mai 2017, 13:40
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Showdown um den Klassenerhalt in Deutschland: Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg rüsten sich für ihr Finale um die Rettung

Hamburg/Wolfsburg – Bundesliga-Himmel oder Relegations-Hölle, Hamburger SV gegen den VfL Wolfsburg, der ultimative Showdown um den Klassenerhalt – und beide Trainer grübeln über den passenden Schlüssel zur Rettung. Bisher haben aber weder Markus Gisdol noch Andries Jonker über ein Mini-Trainingslager auf dem Weg zum großen Finale am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Volkspark entschieden.

"Ich finde die Bedingungen hier überragend. Aber ich werde mir am Dienstag anschauen, wie die Spieler tatsächlich drauf sind", sagte Wölfe-Trainer Jonker. Auch Gisdol will erst den Trainingsauftakt der Woche abwarten: "Dann schauen wir, wie wir die Woche planen." Aber klar ist: Bei beiden Klubs wird alles in den nächsten Stunden und Tagen dem einen großen Ziel untergeordnet.

Vorteile

Der HSV braucht als Tabellen-16. einen Sieg, den Wölfen reicht auf Rang 15 ein Punkt – die Voraussetzungen für die Rettung sind allen bekannt. Und beide Lager wähnen sich psychologisch im Vorteil. "Es ist eine große Stärke dieses Teams, sich gegen Widerstände zu wehren und den absoluten Willen zu haben, es hinzubiegen", sagte Gisdol, dessen Team nach dem späten Ausgleich zum 1:1 gegen Schalke 04 wieder alles in der eigenen Hand hat. Und Sportchef Jens Todt meinte mit Blick auf die seit Wochen ausverkaufte Partie: "Wir werden jetzt noch enger zusammenrücken."

Doch die besseren Karten haben in diesem Alles-oder-Relegations-Spiel die Wölfe in der Hand. Der tief gefallene DFB-Pokalsieger und Vizemeister von 2015 könnte sich sogar eine Niederlage leisten, wenn parallel der FC Augsburg bei 1899 Hoffenheim mit zwei Toren Differenz mehr verliert. Doch darauf will es Jonker nicht ankommen lassen. "Wir brauchen Erfahrung, Ruhe im Kopf, Überzeugung, den Glauben an unseren Plan und das Wissen, dass wir von ganz Wolfsburg unterstützt werden", sagte der Niederländer.

Hoffen auf die Goals

Während Jonker in Hamburg auf einen formstarken Angreifer Mario Gomez, der zehn seiner 16 Saisontore in den elf Partien unter dem 54-Jährigen schoss, bauen kann, hofft Gisdol auf die Rückkehr seines Top-Scorers Nicolai Müller.

Der Offensiv-Spieler stand nach seinem Innenbandriss im Knie schon auf Schalke im Kader und brennt nun auf sein Comeback. Gleiches gilt für Defensivspezialist Albin Ekdal, der nach seinem Muskelbündelriss am Dienstag wieder ins Training einsteigen soll. Und auch bei Regisseur Aaron Hunt, der zuletzt mit einer leichten Oberschenkelzerrung ausfiel, werde laut Gisdol alles dafür getan, dass er nochmal spielen kann. "Wir werden uns mit aller Konsequenz darauf vorbereiten, unsere Aufholjagd erfolgreich zu Ende zu bringen", sagte Gisdol – damit das drohende Relegations-Triple des HSV nach 2014 und 2015 abgewendet wird.

Wölfe-Angreifer Maximilian Arnold träumt dennoch davon, dass sich Fußball-Geschichte wiederholt. "Die Hamburger waren doch eigentlich immer in der Relegation. Hoffen wir mal, dass es so bleibt", sagte der 22-Jährige. (sid, 15.5.2017)

  • Beim HSV wird wieder gezittert.
    foto: imago/moritz müller

    Beim HSV wird wieder gezittert.

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