Notstand ausgerufen: Bereits 115 Cholera-Tote im Jemen

15. Mai 2017, 05:48
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Über die Hauptstadt Sanaa wurde der Notstand verhängt, mehr als 8.500 Verdachtsfälle wurden bisher gemeldet

Sanaa – Im Bürgerkriegsland Jemen breitet sich die Cholera aus. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der Cholera-Toten auf 115, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag mit. In der Hauptstadt Sanaa haben die Behörden den Notstand ausgerufen, mehr als 8.500 Verdachtsfälle wurden gemeldet.

In Sanaa trug ein Streik der Müllabfuhr zu der Ausbreitung der Cholera bei. Tagelang lagen verrottende Abfälle in den Straßen, die Müllaufleger verlangten die Auszahlung ausstehender Löhne.

Kaum sauberes Trinkwasser

Das Gesundheitsministerium rief am Sonntag humanitäre Organisationen auf, bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen und eine "noch nie da gewesene Katastrophe" abzuwenden. Das von rund zwei Jahren Bürgerkrieg gebeutelte Gesundheitssystem ist nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Saba nicht mehr in der Lage, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Nur wenige medizinische Einrichtungen funktionieren noch, etwa zwei Drittel der Bevölkerung haben laut UN-Angaben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Im Jemen kämpfen seit Anfang 2015 die schiitischen Houthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Extremistengruppen wie Al-Kaida und der "Islamische Staat" machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht auszuweiten. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. (APA, 15.5.2017)

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