Sturm macht mit 2:1 in Altach großen Schritt gen Europa

14. Mai 2017, 18:20
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Abwehrchef Schulz und Atik trafen für die Grazer, Netzer ließ die Vorarlberger hoffen

Altach – Sturm Graz hat am Sonntag zum Abschluss der 33. Bundesliga-Runde einen großen Schritt Richtung Europacup gemacht. Die Steirer feierten dank Treffern von Christian Schulz (58.) und Baris Atik (83.) beziehungsweise Philipp Netzer (88.) einen 2:1-Sieg beim SCR Altach und liegen damit schon vier Punkte vor den viertplatzierten Vorarlbergern.

Rang drei berechtigt zum Start in der Europa-League-Qualifikation, Rang vier nur dann, wenn Meister Red Bull Salzburg am 1. Juni in Klagenfurt das Cupfinale gegen Rapid gewinnt – was nicht sicher, wenn auch wahrscheinlich ist.

Sturms Sieg war etwas schmeichelhaft, denn die Altacher präsentierten sich zumindest in der ersten Halbzeit initiativer. In der 6. Minute wurde ein Schuss von Moumi Ngamaleu gerade noch von Schulz abgeblockt, in der 15. Minute landete ein Freistoß von Nikola Dovedan im Außennetz. Außerdem hatte Goalie Christian Gratzei bei einem Schuss von Ngamaleu in der 43. Minute Probleme.

Sturm überließ den Gastgebern zumeist das Kommando, hatte aber auch schon vor der Pause gefährliche Momente. Bei einem Weitschuss von Marc Andre Schmerböck war Altach-Tormann Martin Kobras zur Stelle (11.), bei einem Schuss von Philipp Zulechner aus kurzer Distanz verhinderte Patrick Salomon, wenn auch unabsichtlich, Schlimmeres (26.).

Schwacher zweiter Durchgang

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst eine relativ ereignislose Partie, ehe den Grazern in der 58. Minute der Lucky Punch gelang. Nach einer Freistoßflanke von Stefan Hierländer köpfelte Zulechner Richtung langes Eck, Schulz musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie befördern.

Zulechner hatte in der 70. Minute die Gelegenheit auf das nächste Tor für die Gäste, sein Kopfball nach einer weiten Flanke von Charalampos Lykogiannis sprang von der Stange wieder ins Feld. Die hilflos wirkenden Altacher kamen dem Ausgleich nur in der 78. Minute wirklich nahe: Nach einem Schupfer von Dovedan stand plötzlich der eingewechselte Hannes Aigner allein vor dem Tor, sein zu unpräziser Schuss wurde jedoch von Gratzei gebändigt.

Zwei Neue entscheiden vor

Dann sorgte Sturm für die Entscheidung. Nach einem weiten Ball nach vorne stolperte Altach-Verteidiger Jan Zwischenbrugger, der eingewechselte Seifedin Chabbi hatte freie Bahn und legte ideal auf für den ebenfalls kurz zuvor ins Spiel gekommenen Atik, der problemlos aus wenigen Metern auf 2:0 erhöhte. Das Anschlusstor durch einen Netzer-Kopfball (88.) nach Vorlage von Martin Harrer kam zu spät.

Damit holten die Steirer aus den letzten neun Duellen mit den Altachern sieben Siege und zwei Unentschieden und gleichzeitig ihre ersten Auswärtspunkte im Frühjahr. Die Vorarlberger hingegen warten schon seit acht Ligapartien auf einen Sieg. (red, 14.5.2017)

Bundesliga, 33. Runde, Sonntag

SCR Altach – SK Sturm Graz 1:2 (0:0)
Cashpoint-Arena, 5.300 Zuschauer, SR Jäger

Torfolge:
0:1 (58.) Schulz
0:2 (83.) Atik
1:2 (88.) Netzer

Altach: Kobras – Janeczek (80. Harrer), Netzer, Zwischenbrugger – Lienhart, Salomon, Jäger, Luxbacher (62. Aigner), Schreiner (90. Zivotic) – Ngamaleu, Dovedan

Sturm: Gratzei – Koch, Maresic, Schulz – Potzmann, Piesinger, Jeggo, Lykogiannis – Hierländer, Schmerböck (73. Atik) – Zulechner (83. Chabbi)

Gelbe Karten: Jeggo, Zulechner, Koch

Stimmen:

Martin Scherb (Trainer Altach): "Im ersten Augenblick bin ich jetzt einmal nur enttäuscht nach einem Spiel, in dem wir uns den Gegner in der ersten Hälfte hergerichtet haben. Wir wollten dann nachlegen, aber es hat eine Unachtsamkeit bei einem Freistoß gegeben und das war der Knackpunkt des Spiels. Uns fehlt momentan sicher auch das Glück, doch Sturm hat uns heute gezeigt, wie einfach Toreschießen sein kann."

Franco Foda (Trainer Sturm Graz): "Ich bin zufrieden, obwohl es nicht unser bestes Spiel war. Wir haben das System ungestellt, wollten höher attackieren, doch Altach wirkte in der ersten Hälfte giftiger und präsenter. Der Kampf um die Europacup-Teilnahme wird erst in der letzten Runde entschieden, aber natürlich war dieser Sieg sehr wichtig. Wir haben nach dem 1:0 die Möglichkeiten auf weitere Tore vergeben, was sich am Ende fast gerächt hätte."

  • Sturm gewann das wohl wichtigste verbleibende Spiel um die Europacup-Plätze.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Sturm gewann das wohl wichtigste verbleibende Spiel um die Europacup-Plätze.

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