Zeman zu Putin: "Man sollte Journalisten liquidieren"

14. Mai 2017, 16:53
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Makabrer Scherz des tschechischen Präsidenten bei "Seidenstraße-Gipfel" in Peking

Peking – Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat versucht, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin mit einem makaberen Scherz zu beeindrucken. "Es sind zu viele Journalisten hier, man sollte sie liquidieren", sagte der 72-Jährige vor einer Pressekonferenz am Rande des "Seidenstraßen-Gipfels" in Peking. Das berichtete der tschechische öffentlich-rechtliche Fernsehsender CT am Sonntag.

"Es ist nicht nötig, sie zu beseitigen, man kann ihre Zahl reduzieren", habe Kremlchef Putin geantwortet. In der Rangliste der Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" liegt Russland weit hinten auf Platz 148 (Tschechien: 23; Deutschland: 16).

Gezielte Einschüchterungen

Immer wieder wird über gezielte Einschüchterung von Journalisten in Putins Heimat berichtet. Ende April starb der Lokaljournalist und Putin-Kritiker Nikolai Andruschtschenko nach einer Prügelattacke. Der 73-Jährige schrieb für das Blatt "Nowy Petersburg" über Missstände in Russland.

Putin lud Zeman bei dem bilateralen Gespräch der Agentur CTK zufolge zu einem Besuch in Russland im November ein und würdigte das hohe Niveau der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Zeman stellt sich bei der Präsidentenwahl Anfang 2018 zur Wiederwahl für eine zweite fünfjährige Amtsperiode. (APA, 14.5.2017)

  • Miloš Zeman, Scherzkeks.
    foto: alexei nikolsky/sputnik, kremlin pool photo via ap

    Miloš Zeman, Scherzkeks.

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