Grillo startet Kampagne für Mindesteinkommen

14. Mai 2017, 11:44
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Geht es nach der oppositionellen Protestbewegung "Fünf Sterne" sollen Italiener ohne Einkommen monatlich 600 Euro erhalten

Rom – Die oppositionelle Protestbewegung "Fünf Sterne" um den italienischen Starkomiker Beppe Grillo startet eine großangelegte Kampagne für die Einführung eines garantierten Mindesteinkommens nach nordeuropäischem Modell.

Damit sollen Italiener ohne Einkommen monatlich 600 Euro erhalten. Laut Schätzungen der Bewegung könnten von dem Mindesteinkommen neun Millionen Italiener profitieren, vor allem Arbeitslose, Jugendliche und Frauen. Dafür sollten sich die Personen, denen das Mindesteinkommen garantiert wird, verpflichten, sich an beruflichen Fortbildungsaktivitäten zu beteiligen oder Jobs anzunehmen, die ihnen von Arbeitsämtern angeboten werden, berichtete die Partei. Italien sei eines der wenigen EU-Länder ohne Mindesteinkommen für die Bevölkerung.

Laut der Grillo-Bewegung könnten die Ausgaben für das Mindesteinkommen durch Kürzungen im Verteidigungswesen sowie durch eine stärkere Besteuerung von Finanztransaktionen und Glücksspielen finanziert werden. 17 Milliarden Euro wird das Mindesteinkommen pro Jahr nach Angaben der Bewegung kosten, das ein Hauptpunkt im Programm der populistischen Gruppierung Grillos ist.

Marsch in Mittelitalien

Um ihrer Forderung nach Einführung eines Mindesteinkommens Gewicht zu verleihen, plant die Partei für kommenden Samstag (20. Mai) einen Marsch auf der 19 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Perugia und Assisi in der mittelitalienischen Region Umbrien, wie Grillo im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Sonntag berichtete.

Die Einführung eines Mindesteinkommens habe für Italien Priorität, so Grillo. Laut jüngsten statistischen Angaben seien 17,5 Millionen Italiener arm oder armutsgefährdet.

Die "Fünf Sterne"-Bewegung hat laut Umfragen gute Chancen, bei den nächsten Parlamentswahlen zur stärksten Einzelpartei aufzurücken. Im September will die Gruppierung per Online-Befragung den Premierskandidaten wählen, den sie bei den voraussichtlich im Frühjahr 2018 stattfindenden Parlamentswahlen ins Rennen schicken will. (APA, 14.5.2017)

  • Beppe Grillo inmitten seiner Anhänger.
    foto: antonio di marco/ansa via ap

    Beppe Grillo inmitten seiner Anhänger.

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